Paris – Boulevard St. Martin No. 11

Sonntag, 28. November 2010
16 Uhr Gedenkstätte Steinwache
Lesung aus den Lebenserinnerungen des Antifaschisten und Resistance-Kämpfers Peter Gingold. Es liest seine Tochter Alice Czybora.

Wer Peter Gingold persönlich kannte oder ihn erlebte, wird ihn in seinem Buch „Paris – Boulevard St. Martin No. 11“ lebendig finden, quirlig wie immer. Mit rhetorischem Talent konnte er besonders junge Menschen begeistern, wenn er aus seinem Leben und dem riesigen Fundus seiner Erfahrungen sprach.

Im Kriegsjahr 1916 wurde er in eine jüdische Familie geboren. Als Jugendlicher erlebte er den aufkommenden Faschismus  und Antisemitismus in Frankfurt am Main. Er schloss sich der Arbeiterjugendbewegung an und nahm teil am ersten Widerstand gegen das faschistische Hitlerregime.

Bereits im Sommer 1933 emigrierte seine Familie nach Frankreich. Peter Gingold, wenige Monate später aus Deutschland ausgewiesen, folgte seiner Familie ins Exil nach Paris, erlebte den Existenzkampf und die Angst der Emigranten vor ihrer Abschiebung.

Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht schlossen er und seine Frau Ettie sich dem Widerstand in den Reihen der Résistance an. Peter Gingold wurde verhaftet und es gelang ihm in einer unglaublichen Flucht, den Fängen der Gestapo zu entkommen. Er nahm am Aufstand zur Befreiung von Paris teil und erlebte den 8. Mai 1945 – das Morgenrot der Menschheit, wie er es nannte – in Turin mit der italienischen Resistenza.

Zurückkehrt nach Deutschland, gestaltete er den politischen Neuanfang aktiv mit. Doch dann erlebte er mit seiner Familie fast zwei Jahrzehnte lang erneute Verfolgung, Ausbürgerung und Berufsverbot. Trotz alledem bezeichnete Peter Gingold sich später selbst als „Reisender im Mutmachen“. Und so können seine Lebenserinnerungen die Leserinnen und Leser nicht nur in Spannung versetzen, sie können Mut machen – Mut zur Zivilcourage.

Hinweis
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