Film-Matinee „Fritz Bauer – Tod auf Raten“

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts zeigt aus Anlass des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz (27.1.) erstmals in NRW den Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“, der auf der Berlinale im vergangenen Jahr vorgestellt worden ist. Die Matinee am Sonntag, dem 30. Januar 2011, beginnt um 12 Uhr in der Gedenkstätte Steinwache am Dortmunder Hauptbahnhof. Der Eintritt ist frei.

Die Berliner Filmemacherin Ilona Ziok hat sich mit ihrem Film der Biographie des vielleicht profiliertesten deutschen Staatsanwaltes dokumentarisch angenähert.

Fritz Bauer, zurückgekehrter jüdischer Emigrant, war einer der wenigen prominenten Juristen Nachkriegsdeutschlands, die sich von Anfang an vehement für die Verfolgung von NS-Verbrechen eingesetzt haben. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956-1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse im Jahre 1963. Er spielte auch eine wichtige Rolle bei der Ergreifung Adolf Eichmanns: Fritz Bauer war es, der Eichmanns Aufenthaltsort an den israelischen Geheimdienst Mossad verriet, damit Eichmann in Jerusalem vor Gericht gestellt werden konnte.

Schon zuvor hatte Bauer als niedersächsischer Generalstaatsanwalt (1952-1953) in einem Aufsehen erregenden Prozess erfolgreich für die Rehabilitierung der hingerichteten Verschwörer vom 20. Juli 1944 gestritten.

Im restaurativen Klima der Adenauer-Ära wurde Fritz Bauer zu einer „Provokation für den Zeitgeist“. Aufsätze und Reden mit Titeln wie „Mörder unter uns“ und „Am Ende waren die Gaskammern“ erregten nicht nur rechtsradikale Kritik, sondern auch Anstoß beim bürgerlichen Publikum. Antisemitische und politische Anfeindungen begleiteten das Leben des jüdischen Schwaben. Bis zu seinem Tod 1968 in Frankfurt blieb ihm das für höchste Beamte sonst übliche Bundesverdienstkreuz verwehrt.

In „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ erzählt Ilona Ziok von Bauers Kampf für das Widerstandsrecht der Bürger gegen Willkürakte des Staates. Sie arrangiert ein Mosaik aus Archivmaterial und den Aussagen Bauers sowie seiner Freunde und Verwandten zu einem eindrucksvollen biographischen Filmwerk.

http://www.fritz-bauer-film.de/

Hinweis
Für alle Veranstaltungen gilt: Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Er­scheinung getreten sind, wird der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt oder sie werden von dieser ausgeschlossen.

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