Spurensuche der VVN am 7. Januar 2013 in Dortmund

Der VVN-Kreisverband Dortmund veranstaltet am Montag, dem 7. Januar 2013, um 11 Uhr eine Mahnwache an der Hainallee/Ecke Eintrachtstraße. „Dort“, so heißt es in der Presseerklärung, „traf sich am 7. Januar 1933 Franz von Papen mit den Mitgliedern der sogenannten Ruhrlade und besprach mit ihnen die Machtübertragung an die Hitlerfaschisten.“

Die VVN erinnert bundesweit in ihrem Projekt „Spurensuche – Verbrechen der Wirtschaft“ an die Verbrechen von Teilen der wirtschaftlichen Elite in Deutschland vor 80 Jahren. Denn auch heute noch würden die damaligen Täter aus dem Kreis ökonomischer Eliten entweder verschwiegen oder sogar öffentlich geehrt, wie die zahlreichen Reusch-, Thyssen- und Krupp-Straßen zeigten. „Es sollen die Opfer, aber es sollen auch die Täter des deutschen Faschismus nicht vergessen werden“, erklärt VVN-Sprecher Ulrich Sander, der sich für die Anbringung einer Gedenktafel am Tatort einsetzt, wie es sie in anderen Städten schon gibt.

 

Literaturhinweis

Von Arisierung bis Zwangsarbeit –
Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933 bis 1945

Zum Beispiel Krupp. Der Konzern habe sich stets um einen humanen Kapitalismus bemüht, berichtete das Fernsehen zum 200jährigen Firmenjubiläum. Ob da auch an die zwölf Jahre nach 1933 gedacht war? Das letzte Tabu sei gebrochen, hatte es mit Blick auf die verdienstvolle Ausstellung “Verbrechen der Wehrmacht” geheißen. Aber “blinde Flecken” blieben trotzdem. So in einem Bereich, der weniger lautstark diskutiert wird, jedoch mindestens ebenso wichtig war für die Funktionsweise der faschistischen Herrschaft in Deutschland wie die Wehrmacht: Die Rolle von Wirtschaftsführern und Unternehmen bei faschistischen Planungen für Krieg und Massenmord, als Akteure und insbesondere als Profiteure. Das Buch stützt sich auf selbstrecherchiertes Material von Geschichtswerkstätten und VVN-BdA, um an Verbrechen der wirtschaftlichen Eliten an Rhein und Ruhr zu erinnern: Von Abs bis Zangen, von Flick bis Quandt, von IG Farben bis Oetker-Pudding, von Arisierung bis Zwangsarbeit. Und auch Krupp wird nicht vergessen.
Neue Kleine Bibliothek 178, ca. 346 Seiten mit zahlr. s/w-Abb.
EUR ca. 16,90 [D] / EUR 17,50 [A] / SFR 24,90
ISBN 978-3-89438-489-0

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.