„Festival contre le racisme“ an der Uni Dortmund

Der AStA der Fachhochschule, der AStA der TU Dortmund und das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund organisieren vom 10. bis 14. Juni 2013 ein gemeinsames Festival gegen Rassismus. Auch in diesem Jahr findet an vielen Hochschulen die Aktionswoche „festival contre le racisme“ zu Themen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit, Xenophobie oder Migration statt.

Das Forum gegen Rassismus – Campus Dortmund – beteiligt sich in diesem Jahr mit drei Vorträgen am Programm.

 

Weiß, jung, „identitär“ – eine „neurechte“ Jugendbewegung? Die „Identitäre Bewegung“ als neuer Hype in der extremen Rechten

10. Juni 2013, 14 Uhr im AStA-Seminarraum der TU, Emil-Figge-Straße 50, Raum 0.436

Referent: David Begrich (Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V., Magdeburg)

Sie kommen aus Frankreich und nennen sich dort “Bloc identitaire”. Junge, weiße (in ihrer Mehrheit) Männer, die eine Bewegung der “weißen Jugend Europas” werden wollen: gegen die vorgebliche Dekadenz des Westens, gegen EinwandererInnen und Islam, gegen den von ihnen befürchteten “demografischen Tod” der sogenannten “autochthonen Bevölkerung”. In Deutschland tritt die “Identitäre Bewegung” durch geschicktes virales Selbstmarketing auf und löste in der Rechten einen wahren Hype aus. Ist dies die nächste Stufe der popkulturellen Selbstinszenierung rechter Jugendkultur? Welche ideologischen Fundamente hat diese selbsternannte Bewegung? Ist sie ein rechtes Facebook-Phänomen oder ein neues Deutungsangebot rechter Jugendkultur? Diesen und anderen Fragen geht der Vortrag nach.

 

Die regionale Neonazi-Szene nach den Kameradschaftsverboten – ein aktueller Überblick

11. Juni 2013, 14 Uhr im AStA-Seminarraum der TU, Emil-Figge-Straße 50, Raum 0.436

Referent: Max Baumann (Antifa Dortmund)

Im August 2012 verbot das Ministerium für Inneres und Kommunales die Neonazi-Gruppen „Kameradschaft Hamm“, „Nationaler Widerstand Dortmund“ und „Kameradschaft Aachener Land“. Die Polizei ging gegen drei der aktivsten Neonazi-Kameradschaften vor und beschlagnahmte Propaganda-Material, Waffen sowie Infrastruktur. Die Neonazis durften ihre Aktivitäten nicht länger fortführen. Doch die Szene reagierte zügig und schuf sich mit der Gründung eines Landes- und diverser Kreisverbände der Partei „Die Rechte“ bereits einen Monat später eine Ersatzorganisation. Die Neonazis hoffen, dass sie der Parteienstatus vor einem erneuten Verbot schützt und sie ungestört ihre Aktivitäten fortsetzen können. Mit einer gewissen Dreistigkeit machen sie weiter, als wären die Verbote nicht erlassen worden. Seit dem Frühjahr 2013 tritt „Die Rechte“ mit kleineren Kundgebungen und Demonstrationen öffentlich in Aktion. Der Vortrag bietet einen Überblick über die Strukturen und Netzwerke der Neonazis in NRW und nimmt eine Einordnung der Partei „Die Rechte“ und ihrer aktuellen Aktionsfelder vor.

 

Extrem rechte Wahlparteien in NRW – ein aktueller Überblick mit Blick auf die NRW Kommunalwahlen 2014

14. Juni 2013, 14 Uhr im AStA-Seminarraum der TU, Emil-Figge-Straße 50, Raum 0.436

Referent: Jürgen Peters (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Schon jetzt bereiten sich extrem rechte Wahlparteien auf die nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im Mai 2014 vor. 2009 kam „pro NRW“ auf 26 Abgeordnete in Stadträten und Kreistagen, die NPD schaffte gerade einmal 24 Mandate, die „Republikaner“ sogar nur 9. Mehrere Abgeordnete dieser Parteien haben zwischenzeitlich die Lager gewechselt bzw. sind aus den jeweiligen Parteien ausgetreten, Erfolge in der parlamentarischen Arbeit sind rar gesät. Alle drei Parteien wollen auch 2014 antreten, hinzu kommt u.a. die neonazistische Partei „Die Rechte“. Der Vortrag versucht einen Überblick über die Aktivitäten, Strategien und das Personal dieser Parteien zu geben. Sind die extrem rechten Wahlparteien in NRW in der Offensive oder ist eher – so wie 2009 – mit bescheidenen Erfolgen und mit Pleiten zu rechnen?

 

Forum gegen Rassismus

Festival contre le racisme

 

Hinweis
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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