Meinst du, die Russen wollen Krieg?

 

Beitrag des BDgR auf dem Friedensfestival in Dortmund vom 30.08.16:

 

 

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Gedicht-Rezitation: Andreas Weißert (Schauspieler & Regisseur)

Parodistische Einlage als Bundeswehr-Hauptmann: Helmut Manz (siehe Foto)

 

Meinst du, die Russen wollen Krieg?
Befrag die Stille, die da schwieg
im weiten Feld, im Pappelhain,
Befrag die Birken an dem Rain.
Dort, wo er liegt in seinem Grab,
den russischen Soldaten frag!
Sein Sohn dir drauf die Antwort gibt:
Meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen wollen Krieg?

Nicht nur fürs eig’ne Vaterland
fiel der Soldat im Weltenbrand.
Nein, daß auf Erden jedermann
in Ruhe schlafen gehen kann.
Holt euch bei jenem Kämpfer Rat,
der siegend an die Elbe trat,
was tief in unsren Herzen blieb:
Meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen wollen Krieg?

Der Kampf hat uns nicht schwach gesehn,
doch nie mehr möge es geschehn,
daß Menschenblut, so rot und heiß,
der bitt ren Erde werd’ zum Preis.
Frag Mütter, die seit damals grau,
befrag doch bitte meine Frau.
Die Antwort in der Frage liegt:
Meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen wollen Krieg?

Es weiß, wer schmiedet und wer webt,
es weiß, wer ackert und wer sät –
ein jedes Volk die Wahrheit sieht:
Meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen woll’n,
meinst du, die Russen wollen Krieg?

 

 

ULA Friedensfest

Rede: Ula Richter (siehe Foto)

 

Das Gedicht hat Jewtuschenko 1961 in der Hochzeit des Kalten Krieges geschrieben.

Heute ist der „Kalte Krieg“ politisch, ökonomisch und  militärisch wieder da und hat das Potential, zu einem „Heißen Krieg“ zu mutieren.

Kurz vor dem Antikriegstag, dem 1. September, denke ich noch an ein anderes Datum, das im kollektiven Gedächtnis in unserem Land kaum eine Rolle spielt: den 22. Juni 1941. An diesem Tag vor 75 Jahren begann das Unternehmen „Barbarossa“, der Überfall Nazis-Deutschlands auf die Sowjetunion. Es war der Beginn eines Raub- und Vernichtungskrieges, dem 27 Millionen Sowjet-Bürger zum Opfer fielen. Kein anderes Land hat die Befreiung von Faschismus und Krieg mit so ungeheuren Opferzahlen und solcher Zerstörung bezahlt. Die Erinnerung an dieses Menschheitsverbrechen ist im heutigen Russland nach wie vor lebendig,- es gibt kaum eine Familie, die nicht von Tod und Zerstörung betroffen ist.

Ihre 27 Millionen Toten und die über 50 Millionen Opfer insgesamt lassen nur eine Antwort zu: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“

 

Und was geschieht heute?

Nicht nur, dass seit den späten 90er Jahren Kriege weltweit für die geostrategische Neuordnung der Welt, für die Ausbeutung der Rohstoffreserven, für Markt, Macht und Profit wüten, auch Russland ist im Kampf um die eine Weltmacht wieder ins Visier genommen und wird als Hauptfeind und Bösewicht Nr. 1 politisch und medial aufgebaut.

Am 22. Juni 2016, dem Schreckensdatum vor 75 Jahren, das den Beginn eines Menschheitsverbrechens markiert, schickt die NATO 31.000 Soldaten, die Bundeswehr ist mit dabei, an die Grenzen Russlands zum bisher größten Militärmanöver seit Beendigung des Kalten Krieges. Ein neuer Höhepunkt einer Politik des Aufrüstens, der Truppen- und Raketen-Stationierung, des Einkreisens des wieder neu ausgemachten Gegners.

Es ist Vorkriegszeit

Die hochgerüsteten Mächtigen der westlichen Welt aus Kapital, Militär und Politik schrecken auch vor einem atomaren Erstschlag nicht zurück. Sie läuten das Ende der Vernunft ein. Bei Strafe des Untergangs legen sie sich mit der Atommacht Russland an!

 

Wir sagen NEIN zu diesem Irrsinn!

 

NEIN zu allen Kriegsvorbereitungen gegen Russland!

NEIN zu massiver Aufrüstung weltweit, insbesondere der Bundeswehr!

NEIN zur Bundeswehr als „Speerspitze“ der NATO an Russlands Grenzen,

NEIN zur Truppenstationierung im Baltikum und Raketenstationierung in der Ukraine!

NEIN zum Spiel mit dem Feuer in der Ukraine!

NEIN zur gesamten Einkreisungspolitik der NATO!

NEIN zu Luftwaffen- und Drohnen-Einsätzen der Bundeswehr und der NATO Richtung         Russland, die von Kalkar am Niederrhein aus gesteuert werden!

NEIN zur Modernisierung der Atomwaffen, die in Büchel in der Pfalz lagern!

NEIN zu allen Bundeswehreinsätzen weltweit!

NEIN zum Krieg! JA zum Frieden!

 

JA zum Frieden mit Russland!

JA zur Umwidmung der Rüstungsmilliarden für: Soziales, Bildung, Wohnungsbau und Arbeitsplätze, Hilfe für Flüchtlinge und für den Wiederaufbau ihrer Heimatländer!!

JA zu Friedenverhandlungen und diplomatischen Lösungen!

 

Den Kriegstreibern das Handwerk legen! Die Friedensbewegung stark machen!

 

Am 3. Oktober in Kalkar gegen die Luftwaffen-Leitzentrale der Bundeswehr und der NATO protestieren!

Am 8. Oktober auf  nach Berlin zur großen Antikriegsdemonstration!

 

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