November/Dezember 2019: Ausstellung „Aktion 3“ & Filmvorführungen

 

Das BDgR organisiert und realisiert

eine Ausstellung:
Ausstellung „Aktion 3“ – Deutsche verwerten jüdische Nachbarn
+ dazugehörige Einführungen & Führungen durch die Ausstellung
(Ausstellungseröffnung & Einführung: Mittwoch, 06.11.19; 19:00 Uhr; Steinwache)
(Dauer der Ausstellung: 06.11.19 bis 15.12.19)

Führungen durch die Ausstellung sind nach Anfrage möglich:
dortmundgegenrechts@gmx.net

sowie

Filmvorführungen:
Dokumentarfilm „Menschliches Versagen“
(Samstag, 16.11.19; 20:30 Uhr; Schauburg)
&
Dokumentarfilm „Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf“
(Dienstag, 03.12.19; 19:00 Uhr; Steinwache)

 

 

 

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Seit Herbst 1941 wurde im Deutschen Reich unter dem Tarnnamen „Aktion 3“ die Ausplünderung der jüdischen Deportierten durch ein Netzwerk aus Finanzämtern, Zoll und Gestapo systematisch organisiert. Das Reichsfinanzministerium gab Anweisungen heraus, wie das Vermögen der deutschen Juden einzuziehen sei. Der Staat bereicherte sich durch die öffentliche Versteigerung allen Besitzes der deutschen Juden. Die Bevölkerung erwarb in diesen Versteigerungen Möbel, Wäsche, Bekleidung, Spielzeug etc. ihrer jüdischen Nachbarn, welche zuvor detaillierte Vermögensaufstellungen anzufertigen hatten. Es gab darüber hinaus direkte Verkäufe und auch öffentliche Stellen haben sich bedient. Von der Ausplünderung der letzten Habe der deutschen Juden profitierten weite Kreise der Bevölkerung.

Diese Entrechtung und Enteignung ist in den durch die Finanzbehörden geführten Akten heute nachvollziehbar. Die Ausstellung dokumentiert diese Akten und zeigt die tiefe Entrechtung der Betroffenen. Erst Ende der 1990er Jahre wurden die Rolle der Finanzbürokratie und ihrer Angehörigen, die Fragen nach ihrer Motivation, ihren Handlungsoptionen und Verantwortlichkeiten breiter erörtert.

Einführung Prof. Dr. Wolfgang Dreßen, Rezitation Tirzah Haase; Ausstellungseröffnung am 6. November um 19:00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, Dortmund

 

 

 

2019.11.16_menschliches_versagen

Filmvorführung „Menschliches Versagen“: Filmdokumentation über Arisierung und die Rolle der Finanzämter

Filmvorführung mit Regisseur Michael Verhoeven; Vorführung am 16. November um 20:30 Uhr im Filmtheater Schauburg, Brückstraße 66, Dortmund

 

 

 

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Bildquelle „Marianne Winter“: bo-alternativ.de/2011/11/07/dokumentarfilm-mariannes-heimkehr/

Filmvorführung „Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf“: Dokumentarfilm über die Shoah, die Arisierung und die deutsche Wiedergutmachungspolitik am Beispiel der Jüdin Marianne Winter in Hemmerden

Vorführung mit Filmemacher Gert Monheim; 3. Dezember um 19:00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, Dortmund

 

 

 

Eine Veranstaltung des Bündnis Dortmund gegen Rechts und der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit freundlicher Unterstützung der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund, der VVN–BdA sowie des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee e.V.

 

 

 

Ausstellungseröffnung am 6. November in der Steinwache

Aktion 3 „Deutsche verwerten jüdische Nachbarn“

Dokumente zur Arisierung

 

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v.l.n.r.: Tirzah Haase, Helmut Manz und Prof. Wolfgang Dreßen

 

Einen sehr guten Zuspruch fand die Veranstaltung zur Ausstellungseröffnung „Aktion 3 : Deutsche verwerten jüdische Nachbarn“.

Am 6. November  erschienen in der Steinwache  rund siebzig Interessierte, so dass der Seminarraum in der Steinwache gut gefüllt war.

Zu Beginn gab es ein je Grußwort von Herrn Markus Günnewig (stellvertretender Leiter der Steinwache) und von Herrn Hartmut Anders-Hoepgen (ehrenamtlicher Sonderbeauftragter der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie). Beide wiesen auf die Wichtigkeit einer solchen Ausstellung hin und dankten dem Macher Professor Wolfgang Dreßen und auch dem Bündnis Dortmund gegen Rechts für die Möglichkeit dies zu realisieren.

Helmut Manz (Bündnis Dortmund gegen Rechts), der den Abend moderierte, stellte die Schauspielerin Tirzah Haase vor, die eine Auswahl der Dokumente rezitierte. Frau Haase beeindruckte sehr, indem sie beispielhaft zunächst von jüdischen Mitbürgern angefertigte Vermögensaufstellungen vortrug, dann die Versteigerung  persönlichster Gegenstände deutlich machte und  am Beispiel eines Mahnschreibens bezüglich der Bezahlung von in Besitz genommenen und dann gelieferten Nähmaschinen an die Gettoverwaltung den Irrsinn des ganzen „legalen“ Unterfangens verdeutlichte.

Wolfgang Dreßen erläuterte seine Motivation und seine Arbeit im Zusammenhang mit der Ausstellung.

Es ergab sich eine sehr lebhafte Diskussion der Gäste und dem Macher der Ausstellung. Im Anschluss konnte die Ausstellung besichtigt werden.

 

Passend zur Ausstellung wird am 16. November um 20:30 Uhr der Film „Menschiches Versagen“ von Michael Verhoeven im Filmtheater Schauburg gezeigt.  Der Regisseur ist dabei anwesend. Am 3. Dezember um 19 Uhr kann in der Steinwache Gerd Monheims Film „Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf“ angesehen werden. Auch hier wird der Regisseur dabei sein. Der Eintritt ist jeweils kostenlos.

 

 

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

 

 

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