31.03.18: Ostermarsch Rhein Ruhr

 

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http://www.ostermarsch-ruhr.de/

 

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30.03.18: Gedenken in der Bittermark

 

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30.03.18: 14. Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf

 

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http://heinrich-czerkus.de/?p=257

 

 

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08.03.18: Esther Bejarano setzt antimilitaristische & antifaschistische Akzente !

 

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Bildquelle: http://www.duisburger-akzente.de/de/index.php

 

Am Donnerstag, den 08.03.18 um 20:00 Uhr trat auf Einladung der DGB-Jugend Niederrhein in Kooperation mit dem DGB-Stadtverband Duisburg im Rahmen der 39. Duisburger Akzente „Nie wieder Krieg?“ die 93-jährige Auschwitz-Überlebende & Musikerin Esther Bejarano mit ihrem Sohn Joram Bejarano und mit dem Rapper Kutlu Yurtseven von der Rap-Band Microphone Mafia in der Mercatorhalle in Duisburg auf.

Esther Bejarano las erst aus ihrem Buch „Erinnerungen“ über ihre Auschwitz-Erfahrungen vor. Anschließend wurde gemeinsam musiziert und gesungen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Esther_Bejarano

https://www.laika-verlag.de/allgemein/esther-bejarano-erinnerungen

 

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Quelle: https://www.abendblatt.de/hamburg/article125103090/Die-Frau-die-in-Auschwitz-um-ihr-Leben-spielte.html

 

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Quelle: https://zeugenderzeit.wordpress.com/2016/10/23/esther-bejarano-zeitzeugengespraeche/

 

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Esther Bejarano im Jahr 1946 – ein Jahr nach der Befreiung. // Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/esther-bejarano-101~magnifier_pos-1.html

 

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Quelle: http://www.melodieundrhythmus.com/mr-5-2016/manchmal-kommen-mir-die-traenen/

 

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Quelle: https://www.laika-verlag.de/allgemein/esther-bejarano-erinnerungen

 

Video: Esther Bejarano über ihre schreckliche Zeit unter den Nazis, über ihre Befreiung und über den 8. Mai (Tag der Befreiung):

 

Der Abend mit Esther Bejarano, der Abend mit dieser vorbildlichen, tapferen, kämpferischen, mutigen und besonderen Frau – die leibhaftig mit vielen, anderen Menschen unter den Nationalsozialisten die Hölle auf Erden erfahren musste – war sehr bewegend. Die Auschwitz-Überlebende, wertvolle bzw. wichtige Zeitzeugin und entschlossene Antifaschistin Esther Bejarano führt uns immer wieder leibhaftig vor Augen, was der Hitler-Faschismus an Verbrechen angerichtet hat und wie wichtig der entschlossene, konstante und ausdauernde Widerstand gegen Faschismus & Krieg zu allen Zeiten ist! Sie erinnert uns an die Schrecken der Vergangenheit, warnt vor der Rechtsentwicklung der Gegenwart und leistet Widerstand bis ins hohe Alter. Esther Bejarano macht uns allen durch ihre Stärke Mut! Respekt, Frau Bejarano. Wir stehen solidarisch zu Ihnen und zu allen Opfern des Faschismus.

 

„Ich hatte sehr großes Glück, dass in dem Block, in dem ich übernachtete, eines Abends Frau Tschaikowska, eine polnische Musiklehrerin, nach Frauen suchte, die ein Instrument spielen konnten. Die SS befahl ihr, ein Mädchenorchester aufzustellen. Ich meldete mich, sagte, dass ich Klavier spielen könne. Ein Klavier haben wir hier nicht, sagte Frau Tschaikowska. Wenn du Akkordeon spielen kannst, werde ich dich prüfen. Ich hatte nie zuvor ein Akkordeon in der Hand. Ich musste alles versuchen, um nicht mehr Steine schleppen zu müssen. Ich sagte ihr, dass ich auch Akkordeon spielen könne. Sie befahl mir, den deutschen Schlager Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami zu spielen. Ich kannte diesen Schlager, bat sie um ein paar Minuten Geduld, um mich wieder einzuspielen. Es war wie ein Wunder. Ich spielte den Schlager sogar mit Akkordbegleitung und wurde gemeinsam mit zwei Freundinnen in das Orchester aufgenommen.“

Esther Bejarano

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Esther_Bejarano

 

„Aber es kam noch schlimmer. Die SS befahl uns, am Tor zu stehen und zu spielen, wenn neue Transporte ankamen in Zügen, in denen unzählige jüdische Menschen aus allen Teilen Europas saßen, die auf den Gleisen fuhren, die bis zu den Gaskammern verlegt wurden und die alle vergast wurden. Die Menschen winkten uns zu, sie dachten sicher, wo die Musik spielt, kann es ja nicht so schlimm sein. Das war die Taktik der Nazis. Sie wollten, dass all die Menschen ohne Kampf in den Tod gehen. Wir aber wussten, wohin sie fuhren. Mit Tränen in den Augen spielten wir. Wir hätten uns nicht dagegen wehren können, denn hinter uns standen die SS-Schergen mit ihren Gewehren.“

Esther Bejarano

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Esther_Bejarano

 

„Liebe Freundinnen und Freunde. Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen lassen mir keine Ruhe. Ich kann nicht anders. Ich muss laut aufschreien. Es ist Zeit für einen Aufschrei von uns allen! Einen unüberhörbaren, lauten Aufschrei, der bis in den letzten Winkel unseres Landes und der ganzen Welt wiederhallt. Es ist unvorstellbar, dass wir 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Faschismus wieder so viele Opfer beklagen müssen. Opfer der Barbarei, der menschenverachtenden Ideologie durch Terror, Faschismus, Antisemitismus, Ausländerhass. Ich trauere um die Opfer in unserem Land, verursacht durch die NSU und Neonazis. Meine Trauer gilt den Opfern der Anschläge von Paris, von Ankara, von Beirut, den Opfern des Anschlags auf das russische Flugzeug. Ich trauere um die Toten der Kriege im Nahen Osten. Ich trauere um die Menschen, die auf der gefährlichen Flucht vor den Kriegen in ihrer Heimat sterben, weil ein Teil Europas sich abschottet. Nie wieder sollte die Menschheit durch Kriege bedroht werden. Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als das die Erfahrung meiner Generation in Vergessenheit gerät. Dann wären alle Opfer des Faschismus und des Krieges, alles, was wir erlitten haben, umsonst gewesen. Ich bin entsetzt über die neuen Abschiebungs-Verschärfungen, wobei es möglich wird, Sinti und Roma in die Länder abzuschieben, aus denen sie fliehen mussten, weil ihr Leben dort bedroht ist. Deutschland hat dieser Minderheit gegenüber eine besondere Pflicht Bleiberecht zu gewähren, denn 500.000 Sinti und Roma wurden in der Nazi-Zeit ermordet. Sollen diese Menschen immer noch diskriminiert werden? Wir müssen mit gutem Beispiel voran gehen und anderen Ländern Europas und der ganzen Welt ein Vorbild gegen Rassismus jeglicher Art sein. Aus der schlimmsten, menschenverachtenden Geschichte Deutschlands lernen – das muss unsere Devise sein! Und es gibt noch ein Thema, das ich hier ansprechen möchte: Verzeihen und Vergeben. Ich möchte euch dafür das Buch „Die Sonnenblume“ von Simon Wiesenthal empfehlen, in dem er geschildert hat, wie er als Häftling in Lemberg an das Krankenbett eines sterbenden SS-Mannes gerufen bzw. befohlen wurde, der vor seinem Tode von einem Juden eine Art von Absolution für seine begangenen Verbrechen suchte. Wiesenthal verlies nach dessen langer Beichte wortlos den Raum. Er hatte seiner Meinung nach nicht die Macht ihm im Namen der Opfer zu verzeihen. Die menschenverachtenden Verbrechen der nationalsozialistischen Täter können wir, und da spreche ich für alle damals Verfolgten, niemals verzeihen oder vergeben! Liebe Freundinnen und Freunde. Wir müssen alle wachsam sein und die Menschen, ganz besonders aber die Jugend, über die furchtbare Vergangenheit aufklären, damit nie wieder geschehe, was damals geschah. Denkt an die Worte von Bertolt Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde über den Holocaust geschwiegen. Nazis wurden, weil es keine Entnazifizierung gab, wieder Richter, Rechtsanwälte, Lehrer, ja sogar von Adenauer in die Regierung geholt. Die größten Nazi-Verbrecher, hier will ich nur Mengele nennen, Beteiligte des fabrikmäßigen Massenmordes, konnten mit umfassender Hilfe ins Ausland fliehen, damit sie nicht für ihre Verbrechen belangt werden konnten. Nahtlos setzte sich dieser Ungeist fort. Darum geht unser Kampf immer weiter. Bis es, so wie ich hoffe, keine Nazis auf der ganzen Erde mehr geben wird! Darum sage ich! Der Satz „Wehret den Anfängen!“ ist längst überholt. Wir sind mittendrin! Danke.“

09.01.16, Esther Bejarano, Rosa-Luxemburg-Konferenz, Berlin

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=SPpGP0dhRlU

 

Esther Bejarano meint zu uns, zur jungen Generation: „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“

 

„Ich bin sehr optimistisch, weil ich so viel erfahre von den jungen Menschen, von den Jugendlichen. Wenn ich in die Schule gehe und hinterher die Schüler kommen, die wollen mich alles Mögliche fragen. Und dann sagen sie zu mir: Frau Bejarano, Sie brauchen keine Angst zu haben, wenn auch keine Zeitzeugen mehr da sind. Wir werden ihre Geschichte erzählen. Ist das nicht toll?“

28.01.18, Esther Bejarano, Fernsehsendung „Anne Will“

 

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08.03.18, Mercatorhalle Duisburg: Julian vom BDgR mit Esther Bejarano (Bildquelle: BDgR)

 

Der Abend am 08.03.18 in der Mercatorhalle in Duisburg endete mit der Schlusszeile von Kurt Tucholskys Gedicht „Drei Minuten Gehör“: „– Nie wieder Krieg –!“. Bis heute bekannt blieb es nicht zuletzt durch ein 1924 veröffentlichtes Plakat von Käthe Kollwitz.

 

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09.01.16, XXI. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz, Berlin: Esther Bejarano, ihr Sohn Joram Bejarano und Rossi Pennino von der Microphone Mafia auf der Bühne der Berliner Urania (Bildquelle: https://www.jungewelt.de/beilage/art/279228; Foto: Christian-Ditsch.de)

 

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Nie wieder Krieg! / Käthe Kollwitz (1867-1945) / Deutsches Reich, 1924 / Lithographie / 94 x 71 cm / © Deutsches Historisches Museum, Berlin / Inv.-Nr.: P 62/23

„Kollwitz entwarf 1924 die Gestalt einer kämpferischen Person mit zum Schwur erhobenen Arm, die entschlossen für die Sicherung des Friedens eintritt. Das Bild wurde zu einer Ikone der Friedensbewegung.“

Quelle: https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/p62-23

 

 

39. DUISBURGER AKZENTE

NIE WIEDER KRIEG?

03. – 18. MÄRZ 2018

 

Mit dem Waffenstillstand vom Compiegne endete am 11. November 1918 der Erste Weltkrieg. 17 Millionen Menschen hatten seit 1914 ihr Leben verloren und rund 70 Millionen Menschen unter Waffen gestanden.
Historiker wie Hans Ulrich Wehler sprechen vom ersten „totalen Krieg“, u.a. weil die beteiligten Gesellschaften in einem neuen Maße mit all ihren zivilen und wirtschaftlichen Ressourcen in den Dienst des Krieges gestellt wurden und sich die Grenze zwischen militärischer Front und friedlicher Heimat tendenziell auflöste. Zudem wurde der Krieg in bislang ungekanntem Maß durch Einsatz neuer Waffen wie Panzer, Maschinengewehre, U-Boote, Automobile und Flugzeuge technifiziert.

Als Reaktion auf den Krieg entstand am 2. Oktober 1919 unter Mitwirkung von Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky eine neue pazifistische Organisation ehemaliger deutscher Soldaten, der „Friedensbund der Kriegsteilnehmer“ (FdK). Der FdK initiierte im Juli 1920 ein Aktionsbündnis mehrerer pazifistischer Organisationen unter dem Motto „Nie wieder Krieg“. Nahmen an der ersten Kundgebung in Berlin rund 15.000 Menschen teil, so waren es ein Jahr später rund 500.000 Menschen im gesamten Deutschen Reich. Allein in Berlin demonstrierten 200.000 Menschen im Lustgarten. Das Motto dieser Friedensbewegung spiegelt sich u.a. in der Schlusszeile von Kurt Tucholskys Gedicht „Drei Minuten Gehör“ wider. Bis heute bekannt blieb es nicht zuletzt durch ein 1924 veröffentlichtes Plakat von Käthe Kollwitz.

Die 39. Duisburger Akzente greifen diese beinahe 100 Jahre alte Parole auf, versehen sie aber mit einem Fragezeichen. Dies geschieht nicht allein, weil die Kraft der pazifistischen Bewegung bald zerbrach, sondern vor allem, weil sich schon 1919 Kräfte formierten, die die Resultate des ersten Weltkriegs revidieren wollten. Ein ehemaliger Gefreiter namens Adolf Hitler zog schon 1919 durch die Münchner Bierkeller und fand mit seiner drastischen Rhetorik schon bald landesweite Aufmerksamkeit. Passend dazu tauchte ab Ende 1918 die „Dolchstoßlegende“ in den Medien auf, eine Verschwörungstheorie der Obersten Heeresleitung, nach der die deutsche Armee den Krieg verloren habe, weil ihr – insbesondere sozialdemokratische – Politiker in den Rücken gefallen seien. Darüber hinaus wies der bereits erwähnte renommierte Historiker Hans-Ulrich Wehler darauf hin, dass Hoffnungen auf eine Revision der Ergebnisse des Ersten Weltkriegs und Phantasien von einem Griff nach dem Weltmachtstatus fast in allen politischen Lagern verbreitet waren.
Am 1. September 1939, 21 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, begann der Zweite Weltkrieg.

Einhundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wollen die 39. Duisburger Akzente „Nie wieder Krieg?“ nach den Ursachen und Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen fragen. Angesichts zahlreicher aktueller Konflikte – z.B. in Syrien, Afghanistan, dem Jemen oder der Ukraine – wollen sie über Täter und Opfer diskutieren und nach den Chancen und Voraussetzungen eines dauerhaften Friedens fragen. Zudem wollen sie die Widerspiegelung der Auseinandersetzung um Krieg und Frieden in Literatur, bildender Kunst, Theater, Film und anderen Künsten aufzeigen und die Entstehung neuer Arbeiten anregen.

http://www.duisburger-akzente.de/de/index.php

 

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27.01.18: Veranstaltungs-Eindrücke & Rede zur Gedenk-Veranstaltung vom BDgR im Museum Ostwall

 

 

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Eindrücke zu unserer Veranstaltung „Sage nie, Du gehst den letzten Weg …“ am 27. Januar 2018 im Museum Ostwall im Dortmunder U

Mehr als 150 Besucher sind der Einladung des BDgR zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee gefolgt. In der fünften Etage des U, in der das Museum Ostwall untergebracht ist, war es vor der Installation von Wolf Vostells „TEK“ drangvoll eng. Diese Installation, in der sich der politische Künstler mit der Shoa auseinandergesetzt hat, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Sage nie, Du gehst den letzten Weg“.

Nach der Begrüßung durch Edwin Jacobs, Direktor des U und der Rede von Ula Richter, gestalteten die Musiker Peter Sturm, David Oriewski und Bernd Rosenberg und der Schauspieler C.D. Clausnitzer ein eindrucksvolles Programm, in dem das Erinnern an das Menschheitsverbrechen der Hitlerfaschisten, der Mut zum Widerstand und die Aufforderung des „Nie wider!“ ausgedrückt wurden.

Die Rapper der Roma-Band „inclusion4real“ machten zum Abschluss auf die Leiden ihres Volkes, von dem eine halbe Million von den Nazis ermordet wurde und auf ihre Diskriminierung und Bedrohung  heute aufmerksam.

 

 

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Besucherandrang im Museum Ostwall im Dortmunder U

 

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Rednerin: Ula Richter (Mitte) (Mitgründerin BDgR) (Bildquelle: BDgR)

 

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(v. l. n. r.: ) Claus Dieter Clausnitzer, Bernd Rosenberg, David Oriewski und Peter Strum     (Bildquelle: BDgR)

 

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Installation „T.E.K.“ (Thermoelektronischer Kaugummi) (1970) von Wolf Vostell (Bildquelle: BDgR)

 

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Roma-Rap-Band „inclusion4real“ (Bildquelle: BDgR)

 

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BDgR-Banner (Quelle: BDgR)

 

Holocaust-Gedenktag im Museum Ostwall im Dortmunder U

Regina Selter (stellv. Leiterin des MO) (hinten links) und Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des MO) (hinten rechts) mit Musiker Peter Sturm (Mitte), mit Helmut Manz (BDgR) (vorne links) und mit Ula Richter (BDgR) (vorne rechts)

 

 

27. Januar 2018

Rede von Ula Richter (Bündnis Dortmund gegen Rechts) im Museum Ostwall im Dortmunder U

Guten Tag zusammen.

Ich begrüße Sie/Euch im Namen des „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ und der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ sehr herzlich.

Mein Dank geht an Herrn Jacobs und seine Mitarbeiterinnen. Sie haben ermöglicht, dass diese Veranstaltung hier und heute stattfinden kann.

Seit vielen Jahren ist der  27. Januar fester Bestandteil unserer Erinnerungsarbeit. Antifaschistische Spaziergänge, das Aufsuchen der Stolpersteine und des Gedenksteins für die Sinti und Roma, die Installation eines mobilen Mahnmals, bestehend aus einer schwarz ausgelegten Fläche, auf der geweißte Schuhe in allen Größen und Formen und geweißte Koffer an die Opfer erinnern, dazu Texte und Musik, das waren und sind jährlich unsere Mittel im öffentlichen Straßenraum.

Beim „brain-storming“ für das diesjährige Gedenken kam die Idee, die beeindruckende Installation von Wolf Vostell, die viele nicht kannten, in den Mittelpunkt zu stellen und sowohl für die Opfer des Faschismus als auch für die Befreier eine entsprechende Musik und Lyrik zu finden.

Mit der Roma-Band „inclusion4real“, mit Klezmer und jiddischen Liedern, gespielt von Peter Sturm und mit russischen Partisanenliedern, vorgetragen von David Oriewski und Bernd Rosenberg und mit Claus Dieter Clausnitzer, der sowohl Paul Celan als auch Ernst Jandl vortrug, ist uns das wohl gelungen.

Theodor Adorno meinte, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, sei barbarisch und bezog das dann auch auf die Kunst überhaupt. Damit löste er heftige Diskussionen unter den Kulturschaffenden aus. Dieser Widerspruch und der Eindruck, den Paul Celans Lyrik auf ihn machte, ließen ihn sein Diktum revidieren. Und das war gut so.

Wie arm wäre unser Erinnern, wenn wir nicht die Sprache, die Musik, die Bildende und Darstellende Kunst hätten, Kunst, die über unsere Zeit hinaus gültig ist und das „Nie wieder!“weiterträgt.

„Sage nie, Du gehst den letzten Weg“ ist das Motto, unter das wir unser heutiges Gedenken stellen.

Es ist der Anfang eines jiddischen Liedes – Peter Sturm hat es übersetzt – das zur Hymne des Widerstandes geworden ist. Es ist ein Lied, das den Mut zum Widerstand und den Willen zur Freiheit nach all den Schrecken der Nazi-Barbarei zum Ausdruck bringt – ein Lied für das Leben und die Aufforderung, nie wieder zuzulassen, was geschah.

Esther Bejarano, Musikerin und Auschwitz-Überlebende, heute 94 Jahre alt, singt es noch immer bei ihren Konzerten.

In Auschwitz hat die Musik ihr das Leben gerettet. Die Faschisten hatten es gerne „kulturvoll“ und stellten ein Mädchenorchester zusammen, in dem auch Esther Bejarano spielte. Die jungen Musikerinnen wurden von  Schwerstarbeit befreit und bekamen etwas mehr zu essen und konnten so überleben. Dafür hatten sie die schreckliche Aufgabe, beim Eintreffen der Transporte aufzuspielen und  die Todgeweihten hoffen  zu lassen, dass, wo Musik gespielt wird, es nicht so schlimm sein könnte. Das Spielen an der Rampe und die schrecklichen Szenen, die sich dort abspielten, quälen die Überlebende noch heute.

„Die Geschichte berichtet von keinem Verbrechen, das sich jemals gegen so viele Opfer gerichtet hat und mit solcher berechnenden Grausamkeit begangen wurde“, das sagte der Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Die über eine Million Opfer aus ganz Europa, Juden, Sinti und Roma, russische Kriegsgefangene, Widerstandskämpfer/innen, alle die nicht in das rassistische Weltbild der Nazis passten, sie wurden nicht nur erschossen, erschlagen, vergast, bei medizinischen Versuchen getötet, ihre Arbeitskraft wurde auch bis zum letzten Blutstropfen ausgebeutet.

Die IG Farben, Siemens und viele andere Großkonzerne errichteten rund um Auschwitz-Birkenau 47 Nebenlager und profitierten von immer neuem Nachschub von Menschen als Arbeitssklaven. Deren Lebenserwartung betrug bei den barbarischen Arbeitsbedingungen im Schnitt drei Monate. „Arbeit macht frei!“, frei vom Leben.

Der Resistance-Kämpfer Peter Gingold, der einen großen Teil seiner Familie in Auschwitz verlor, formulierte: „Faschismus ist das Bündnis des großen Kapitals mit der Barbarei.“

Heute kommt das Monopolkapital ohne Faschismus aus, tanzen doch fast alle Staaten nach seiner neoliberalen Melodie und die, die sich weigern, werden mit Krieg überzogen. Rassistische und nationalistische Parteien und Bewegungen machen sich in Europa und den USA breit und mit ihnen der Militarismus. Die neuen Kriege um die Neuaufteilung der Welt und die Ausbeutung der armen, aber an Rohstoffen reichen Länder, treiben Millionen Menschen zur Flucht. Die, die es trotz Mittelmeer und NATO-Stacheldraht-Zäunen bis zu uns schaffen, treffen auf ein zwiespältiges Klima. Es gibt sie noch immer, die Willkommenskultur und die Hilfsbereitschaft. Aber die Stimmung in einer sozial tief gespaltenen Gesellschaft kippt und wird von ultrarechten Bewegungen  genutzt.

Damals waren es die Juden, heute sind es „die Ausländer“, die an allem Schuld sind: an Arbeitslosigkeit, fehlendem Wohnraum, Armut, an der ganzen sozialen Schieflage. Eine Stimmung, die sehr an die letzten Jahre der Weimarer Republik denken lässt.

Rassistische und  faschistisch durchsetzte Parteien wie die Partei „Die Rechte“ nutzen sie, um Hass gegen alles Fremde zu säen und eine Pogromstimmung zu erzeugen.

Sie ruft für den 14. April zu einer europaweiten Demonstration nach Dortmund auf, unter dem verräterischen Titel „Europa erwache!“

Lasst uns solidarisch mit den Flüchtlingen sein, mit den von Abschiebung Bedrohten, mit den Sinti und Roma, die heute immer noch diskriminiert und in ihren Heimatländern von faschistischen Banden bedroht werden.

Und lasst uns das Gedenken heute im Widerstand gegen die Nazis und ihren angekündigten Aufmarsch weiterführen: „Nie wieder Faschismus! Nein zum Krieg!“

 

 

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27.01.18: „Niemals vergessen!“

 

26.01.18

Von Thomas Engel

„Niemals vergessen!“ – Zum Gedenken an Auschwitz, seine Befreiung und die Verantwortung zum Widerstand gegen Nazis 

http://nordstadtblogger.de/niemals-vergessen-zum-gedenken-an-auschwitz-seine-befreiung-und-die-verantwortung-zum-widerstand-gegen-nazis/

 

Holocaust-Gedenktag im Museum Ostwall
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Die Installation von Wolf Vostell im Dortmunder U

 

Holocaust-Gedenktag im Museum Ostwall
im Dortmunder U

Regina Selter (stellv. Leiterin des MO) (hinten links) und Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des MO) (hinten rechts) mit Musiker Peter Sturm (Mitte), mit Helmut Manz (BDgR) (vorne links) und mit Ula Richter (BDgR) (vorne rechts)

 

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27.01.18: Antifaschistisches Gedenken im Museum Ostwall

 

25.01.18

Gedenkveranstaltung

Bündnis Dortmund gegen Rechts gedenkt Holocaust im Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U

 

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Regina Selter (stellv. Leiterin des MO) (hinten links) und Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des MO) (hinten rechts) mit Musiker Peter Sturm (Mitte), mit Helmut Manz (BDgR) (vorne links) und mit Ula Richter (BDgR) (vorne rechts)

Quelle: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

 

Am Samstag, 27. Januar 2018, jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 73. Mal. Wie in jedem Jahr plant das „Dortmunder Bündnis gegen Rechts“ eine Gedenkveranstaltung mit Kulturprogramm. Gastgeber ist diesmal das Museum Ostwall, dessen Kunstwerk „TEK – Thermoelektronischer Kaugummi“ an die Lager der Vergangenheit und der Gegenwart gemahnt.

„TEK“ von Wolf Vostell ist Teil der aktuellen Sammlungspräsentation „Fast wie im echten Leben“. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie das Leben die Kunst und die Kunst das Leben beeinflusst. Vostells Rauminstallation ist eingebunden in das Kapitel „Freund oder Feind? ‚Wir‘ und ‚die Anderen'“. Dieser Teil der Ausstellung widmet sich den Ein- und Ausschlüssen, die jedes Kollektiv – sei es ein religiöses, ein nationales oder ein kulturelles – stiftet. Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind führt im Alltag oft zu Sprachlosigkeit und Isolation, im schlimmeren Fall zu Gewalt und Krieg.

Wolf Vostell (1932-1998) schuf seine begehbare Installation „TEK“ im Jahr 1970. Sie führt den Besucher durch ein Stacheldrahtgehege. Der Boden ist mit Besteck bedeckt, der Gang ist unsicher. Aus Koffern tönt manchmal unerwartet ein Zuggeräusch. Manche fühlen sich an die Konzentrationslager des Nationalsozialismus erinnert, andere denken an die Flüchtlingslager der Gegenwart. Auch wenn Vostells Werk durch die Auseinandersetzung mit der Shoa geprägt ist, verstand er sich als Künstler, der die Gegenwart mitgestaltet. Die Intention seiner oft brutalen Werke ist politisch.

Erinnerung aufrechthalten

In diesem Sinne erinnert das Bündnis Dortmund gegen Rechts am Holocaust-Gedenktag an die Leiden derer, die in Auschwitz inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden. Die Veranstaltung beginnt im Erdgeschoss des Dortmunder U; der Hauptteil des Programms findet unmittelbar vor der Installation TEK in der Ausstellungsfläche des Museums Ostwall statt (Ebene 5).

Ula Richter, Sprecherin des Dortmunder Bündnisses gegen Rechts: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer Gedenkveranstaltung in diesem Jahr im Museum Ostwall im Dortmunder U zu Gast sein dürfen. Wolf Vostells Installation bietet den perfekten Rahmen, derer zu gedenken, die der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind.“

Zum Programm:

  • Beginn um 12:00 Uhr im Erdgeschoss des Dortmunder U
  • Auftakt mit inclusion4real, Rap-Formation aus Duisburg
  • Begrüßung: Edwin Jacobs, Direktor des Dortmunder U
  • Redebeitrag von Ula Richter für das Bündnis Dortmund gegen Rechts und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschist/innen.
  • Musikbeitrag von Peter Sturm (Klezmer)
  • Lesung von Claus Dieter Clausnitzer, Schauspieler (Paul Celans „Todesfuge“)
  • Schweigeminute für die Opfer des Nationalsozialismus
  • Musikbeitrag von David Oriewski und Berd Rosenberg (russische Weisen)
  • Lesung von Claus Dieter Clausnitzer, Schauspieler (Gedichte von Ernst Jandl)
  • Abschluss mit inclusion4real, Rap-Formation aus Duisburg
  • Ende der Veranstaltung gegen 13:30 Uhr

 

Quelle:

https://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/museen/nachrichten_museen/nachricht.jsp?nid=513062

 

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