Vortrag in Textform: „Es begann nicht mit der Borussenfront“

 

31.01.17

Vortrag in Textform:„Es begann nicht mit der Borussenfront – Geschichte des Nazieinflusses in Dortmund“
Referent: Ulrich Sander (Journalist, Autor, Bundessprecher VVN-BdA)

Karl Zörgiebel zu Zeiten des Machtantritts der Nazis – und wir heute

Um das Verhältnis von antifaschistischen Bewegungen zur Polizei ging es am 30. Januar in einer Vortragsveranstaltung in Dortmund. Ulrich Sander (VVN-BdA) sprach über „Es begann nicht mit der Borussenfront – Geschichte des Nazieinflusses in Dortmund“. Im Referat ging es auch um die Vorgeschichte des Verhältnisses von Nazis und Polizei in Dortmund. Zur Veranstaltung eingeladen hatte das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“. Der Vortrag hier in gekürzter Fassung:
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/1712_zoergiebel.htm

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Broschüre „Es begann nicht mit der Borussenfront“ als pdf zum kostenlosen Download

 

Broschüre als pdf zum kostenlosen Download:

„Es begann nicht mit der Borussenfront – Eine kurze Geschichte des nachhaltigen Nazieinflusses im Nachkriegs-Dortmund“:

http://nordstadtblogger.de/…/…/09/do_nazis_borussenfront.pdf

http://www.nrw.vvn-bda.de/bilder/do_nazis_borussenfront.pdf

VVN-Untersuchung über den nachhaltigen Nazieinfluss in Dortmund:
„Es begann nicht mit der Borussenfront“

http://nordstadtblogger.de/vvn-untersuchung-ueber-dennachhaltigen-nazieinflusses-in-dortmund-es-begann-nicht-mit-der-borussenfront/

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Vortrag: ES BEGANN NICHT MIT DER BORUSSENFRONT

 

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27.01.17: Antifaschisten erinnern an Opfer und Wegbereiter des Nationalsozialismus in Dortmund

 

28.01.17

Von Klaus Hartmann

Am Holocaust-Gedenktag erinnern Antifaschisten an Opfer und Wegbereiter des Nationalsozialismus in Dortmund

http://nordstadtblogger.de/am-holocaust-gedenktag-erinnern-antifaschisten-der-opfer-und-der-wegbereiter-des-nationalsozialismus-in-dortmund/

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Am Holocaust-Gedenktag: gedenken und warnend erinnern

27.01.17

„Entspricht die weit verbreitete Ansicht, dass der Faschismus ein Produkt des modernen Kapitalismus ist, den Tatsachen, dann ist dieses System kaum zu verteidigen.“

Am Holocaust-Gedenktag der Opfer gedenken, aber auch an die Täter aus den Reihen der ökonomischen Eliten warnend erinnern

Rede von Ulrich Sander (VVN-BdA)

Heute am Jahrestag der Befreiung der Überlebenden von Auschwitz durch die sowjetische Armee erinnern wir an alle Opfer des Naziregimes. Wir gedenken Ihrer und erinnern an den Schwur von Buchenwald, der kürzlich von den bundesdeutschen Verfassungsschutzämtern gewissermaßen zur verfassungsfeindlichen „kommunistischen Propaganda“ erklärt wurde, weil in ihm von der Beseitigung der Wurzeln des Faschismus die Rede ist. Wir erinnern aber auch an die Täter. Wenn jedes Jahr speziell einer Opfergruppe gedacht wird – so endlich heute im Bundestag der Opfer der Euthanasie – so spreche wir uns dafür aus, dass auch an die jeweiligen speziellen Tätergruppen erinnert werden sollte. In der Dortmunder Gedenkstätte Steinwache gibt es einen Raum zur Tätergruppe der Industriellen. Wir hoffen sehr dass die Enthüllungen über diese Tätergruppe auch Bestand haben werden, wenn die Gedenkstätte umgebaut wird. So sehr es nötig ist, an die Tätergruppe Polizei zu erinnern, wie es geplant ist, so sollten die Industriellen künftig nicht geschont werden.

Weiter führte Ulrich Sander, Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten, am 27. 1. 17 an der Hainallee/Ecke Eintrachtstraße in Dortmund, dem ehemaligen Sitz der geheimen Ruhrlade aus:

„Hier an der Ecke Eintrachtstraße/Hainallee stand die Villa Springorum. Es trafen sich darin am 7. Januar 1933 Franz v. Papen und führende Ruhrindustrielle des Geheimbundes ‚Ruhrlade‘, um über die Machtübertragung an Adolf Hitler und seine Partei zu entscheiden. Sie erfolgte am 30. Januar 1933, und viele Ruhrindustrielle unterstützten sie. Sie profitierten von Rüstung und Krieg, von der Beseitigung der Demokratie und der Gewerkschaften, von Antisemitismus, Holocaust und Zwangsarbeit und von der Unterdrückung und Ausplünderung der Völker Europas.“ Mitglieder der Ruhrlade, waren u.a. Karl Haniel, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Ernst Poensgen, Paul Reusch, Friedrich Springorum, Fritz Thyssen und Albert Vögler.

Ein Treffen am 4. Januar 1933 in Köln zur Vorbereitung der Machtübertragung an Hitler und das Treffen am 7. Januar 1933 in Dortmund stehen in engem Zusammenhang. Doch die wirkliche Entscheidung wurde in Dortmund von der geheimen „Ruhrlade“ getroffen. Hier wurde Geld für Hitler bereitgestellt, weil dieser versprach, die letzten Wahlen durchzuführen und sie dann für immer abzuschaffen. Außerdem die Gewerkschaften zu beseitigen. Und viel Geld für die Rüstung auszugeben, um die Ergebnisse des Ersten Weltkrieges mit Krieg zu revidieren.

Die politische Herrschaft der Reichen und Superreichen wurde kürzlich seitens der Regierung eingestanden: Im Armutsbericht der Regierung stand der Satz: „Die Wahrscheinlichkeit für eine Politikveränderung ist wesentlich höher, wenn diese Politikveränderung von einer großen Anzahl von Menschen mit höherem Einkommen unterstützt wird.“ (Süddeutsche Zeitung, 15. 12. 2016)

Dieses Eingeständnis wurde jedoch aus der Endfassung des Berichtes gestrichen.

Es droht auch eine weitere Streichung, es droht der Schlussstrich und die Aktenvernichtung bei der Justiz. Die Zentrale Stelle für die Ahndung von NS-Massenverbrechen in Ludwigsburg soll geschlossen werden, enthüllte die Jüdische Allgemeine. Dabei wäre noch viel zu tun. Die Erbauer von Auschwitz-Birkenau, die Banker und IG Farben-Manager bzw. ihre Institutionen sowie die Schwerindustriellen der Ruhrlade wurden nicht belangt. Ihre strafweise Enteignung unterblieb. Es gab umfassende Tätergruppen, die nie von deutschen Gerichten belangt wurden. So die ganz großen deutschen Unternehmer. Ferner die Militärs, die nach 1945 von der Wehrmacht in die Bundeswehr wechselten und an den Massakern in den von Nazideutschland besetzten Gebieten beteiligt waren. Hunderte von ihnen leben noch.

Alle Formen der kapitalistischen Herrschaft und Eigentumsverhältnisse – so die konstitutionelle Monarchie, die parlamentarische Republik und auch der Faschismus – sehen die „Politikveränderung von einer großen Anzahl von Menschen mit höherem Einkommen“ vor; wer arm ist, hat wenig Chancen auf Einflussnahme. 1933 wäre die Machtübertragung an Hitler und seine Partei nicht möglich gewesen ohne den Willen der ökonomischen Eliten. Krieg, Holocaust, Millionen Tote, ein zerstörtes Europa – all das wäre uns erspart geblieben, wenn die „Räte der Götter“ oder die „Ruhrlade“ nicht ihre Macht ausgeübt hätten.

Die Alliierten haben in Nürnberg einige wenige Industrielle angeklagt, die deutschen Behörden haben sie dann wieder freigelassen und ihnen ihren Besitz zurückgegeben. Auch von den ganz Großen wurden nur sehr wenige belangt, so z.B. gingen die Quandts unbehelligt durch die deutsche Nachkriegsgeschichte und gehören damals wie heute zu den Reichsten und Mächtigsten.

Die etablierten Historiker haben sich darauf geeinigt, das Ansehen des großen Geldes nicht zu beschädigen. Der Historiker aus den USA Henry Ashby Turners legte 1985 dafür den Grundsatz fest: „Entspricht die weit verbreitete Ansicht, dass der Faschismus ein Produkt des modernen Kapitalismus ist, den Tatsachen, dann ist dieses System kaum zu verteidigen.“ Ja, es soll schöngeredet werden. Die Stadt Dortmund, heimlicher Sitz der Ruhrlade, hat sich in den bisherigen Antworten an uns auf die den Kapitalismus pauschal rechtfertigenden Thesen gestützt, die von Mr. Turner stammen.

Man tut so, als wäre der Kapitalismus gleichzusetzen mit der Verfassung. Kapitalismuskritik gilt als verfassungsfeindlich. Doch damit finden wir uns nicht ab. Wir brauchen Wirtschaftsdemokratie und wirkliche Mitbestimmung.

Überall schreiten die rechten Bewegungen voran, die die Kapitalherrschaft begünstigen. Viele Millionen Spendengelder und Steuergelder gingen an die AfD und NPD. Viele beträchtliche Beiträge spendete die deutsche Industrie für Donald Trump. Lassen wir nicht zu, dass der faschistische Saatboden, wie ein großer Gelehrter die AfD nennt, wieder reich gedüngt wird.

Kürzlich schrieb dieser Jürgen Habermas: „Parteien, die dem Rechtspopulismus Aufmerksamkeit statt Verachtung widmen, dürfen von der Zivilgesellschaft nicht erwarten, dass sie rechte Parolen und rechte Gewalt ächtet.“ Und so tragen sie dazu bei, dass die AfD von Erfolg zu Erfolg eilt. Statt um die Petrys, Höckes und Gaulands „herumzutanzen“, fordert Habermas, sie „kurz und trocken als das“ zu bezeichnen, „was sie sind – der Saatboden für einen neuen Faschismus.“ Es gilt, diesen Saatboden zu beseitigen. Die Geschichte mahnt uns.

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BDgR zum Scheitern des NPD-Verbots

 

Dortmund, den 17.01.2017

Bündnis Dortmund gegen Rechts zum Scheitern des NPD-Verbots

Es war zwar zu befürchten, dass das NPD-Verbot scheitern würde – ein politisches und mediales Trommelfeuer gegen das mögliche Verbot war unüberhör- und unübersehbar.

Der Richterspruch ist für alle Nazigegner/innen und Demokrat/innen ein verheerendes Zeichen, dass der vielzitierte Rechtsstaat nicht bereit ist, sich gegen seine schärfsten Gegner zu wehren. Die NPD sei zwar verfassungsfeindlich, aber nicht stark genug, um gefährlich zu werden?

Wir meinen, ein verhängnisvoller Trugschluss! Die NPD ist eine feste und wesentliche Größe im gesamten braunen Netzwerk, das dabei ist, das gesellschaftliche und politische Klima im Lande zu vergiften und insgesamt weiter nach Rechts zu verschieben.

Hunderte brennende Flüchtlingsunterkünfte, die Verdoppelung neonazistisch begründeter Straf- und Gewalttaten in kurzer Zeit, der geschürte Hass gegen alles Fremde, der auf fruchtbaren Boden gefallen ist und sich rasend schnell verbreitet, über 400 untergetauchte Nazi-Gewalttäter im Untergrund – das alles soll unsere Demokratie nicht gefährden?

Für die Brandstifter von NPD über die Partei „Die Rechte“ bis hin zur AFD ist das Scheitern des Verbots ein Triumph und Signal, beim Marsch immer weiter nach Rechts keinen ernsthaften staatlichen Widerstand fürchten zu müssen.

Umso konsequenter und stärker muss sich der antifaschistische Widerstand entwickeln!

Gez. Ula Richter

für „Bündnis Dortmund gegen Rechts“

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27. Januar 2017: Mahnwache & Gedenken am Holocaust-Gedenktag

 

2017-01-27_mahnwache_gedenken_bunt_rand

 

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