9./10. November 1938: Novemberpogrome in Deutschland und Österreich

 

 

Das BDgR gedenkt den Verfolgten der antisemitischen Novemberpogrome von 1938.

 

 

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Die alte Synagoge in Dortmund (1900-1938) (Heute: „Platz der alten Synagoge“)

 

Im Juni 1900 eröffnet, war sie Ausdruck eines blühenden Gemeindelebens, einer gelungenen Emanzipation und Integration des deutschen Judentums.

Der damalige Oberbürgermeister Wilhelm Schmieding sprach stolz von einer „Zierde für die Stadt“ und wünschte sie sich „für Jahrhunderte erbaut“. Stattdessen begann nach der Machtergreifung der Nazis 1933 im Oktober 1938 der Abriss eines der größten jüdischen Bethäuser Deutschlands.

 

 

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Gedenktafel auf dem „Platz der alten Synagoge“ in Dortmund

 

 

Text- und Bild-Quelle: https://www.nordstadtblogger.de/dortmunder-gedenken-die-ns-pogromnacht-9-10-november-1938/

 

 

 

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28.10.19: Aufruf zur Kundgebung gegen rechts

 

 

Demo - Aufruf für 28.10.

 

 

 

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November/Dezember 2019: Ausstellung „Aktion 3“ & Filmvorführungen

 

Das BDgR organisiert und realisiert

eine Ausstellung:
Ausstellung „Aktion 3“ – Deutsche verwerten jüdische Nachbarn
+ dazugehörige Einführungen & Führungen durch die Ausstellung
(Ausstellungseröffnung & Einführung: Mittwoch, 06.11.19; 19:00 Uhr; Steinwache)
(Dauer der Ausstellung: 06.11.19 bis 15.12.19)

Führungen durch die Ausstellung sind nach Anfrage möglich:
dortmundgegenrechts@gmx.net

sowie

Filmvorführungen:
Dokumentarfilm „Menschliches Versagen“
(Samstag, 16.11.19; 20:30 Uhr; Schauburg)
&
Dokumentarfilm „Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf“
(Dienstag, 03.12.19; 19:00 Uhr; Steinwache)

 

 

 

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Seit Herbst 1941 wurde im Deutschen Reich unter dem Tarnnamen „Aktion 3“ die Ausplünderung der jüdischen Deportierten durch ein Netzwerk aus Finanzämtern, Zoll und Gestapo systematisch organisiert. Das Reichsfinanzministerium gab Anweisungen heraus, wie das Vermögen der deutschen Juden einzuziehen sei. Der Staat bereicherte sich durch die öffentliche Versteigerung allen Besitzes der deutschen Juden. Die Bevölkerung erwarb in diesen Versteigerungen Möbel, Wäsche, Bekleidung, Spielzeug etc. ihrer jüdischen Nachbarn, welche zuvor detaillierte Vermögensaufstellungen anzufertigen hatten. Es gab darüber hinaus direkte Verkäufe und auch öffentliche Stellen haben sich bedient. Von der Ausplünderung der letzten Habe der deutschen Juden profitierten weite Kreise der Bevölkerung.

Diese Entrechtung und Enteignung ist in den durch die Finanzbehörden geführten Akten heute nachvollziehbar. Die Ausstellung dokumentiert diese Akten und zeigt die tiefe Entrechtung der Betroffenen. Erst Ende der 1990er Jahre wurden die Rolle der Finanzbürokratie und ihrer Angehörigen, die Fragen nach ihrer Motivation, ihren Handlungsoptionen und Verantwortlichkeiten breiter erörtert.

Einführung Prof. Dr. Wolfgang Dreßen, Rezitation Tirzah Haase; Ausstellungseröffnung am 6. November um 19:00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, Dortmund

 

 

 

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Filmvorführung „Menschliches Versagen“: Filmdokumentation über Arisierung und die Rolle der Finanzämter

Filmvorführung mit Regisseur Michael Verhoeven; Vorführung am 16. November um 20:30 Uhr im Filmtheater Schauburg, Brückstraße 66, Dortmund

 

 

 

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Bildquelle „Marianne Winter“: bo-alternativ.de/2011/11/07/dokumentarfilm-mariannes-heimkehr/

Filmvorführung „Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf“: Dokumentarfilm über die Shoah, die Arisierung und die deutsche Wiedergutmachungspolitik am Beispiel der Jüdin Marianne Winter in Hemmerden

Vorführung mit Filmemacher Gert Monheim; 3. Dezember um 19:00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, Dortmund

 

 

 

Eine Veranstaltung des Bündnis Dortmund gegen Rechts und der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit freundlicher Unterstützung der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund, der VVN–BdA sowie des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee e.V.

 

 

 

Ausstellungseröffnung am 6. November in der Steinwache

Aktion 3 „Deutsche verwerten jüdische Nachbarn“

Dokumente zur Arisierung

 

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v.l.n.r.: Tirzah Haase, Helmut Manz und Prof. Wolfgang Dreßen

 

Einen sehr guten Zuspruch fand die Veranstaltung zur Ausstellungseröffnung „Aktion 3 : Deutsche verwerten jüdische Nachbarn“.

Am 6. November  erschienen in der Steinwache  rund siebzig Interessierte, so dass der Seminarraum in der Steinwache gut gefüllt war.

Zu Beginn gab es ein je Grußwort von Herrn Markus Günnewig (stellvertretender Leiter der Steinwache) und von Herrn Hartmut Anders-Hoepgen (ehrenamtlicher Sonderbeauftragter der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie). Beide wiesen auf die Wichtigkeit einer solchen Ausstellung hin und dankten dem Macher Professor Wolfgang Dreßen und auch dem Bündnis Dortmund gegen Rechts für die Möglichkeit dies zu realisieren.

Helmut Manz (Bündnis Dortmund gegen Rechts), der den Abend moderierte, stellte die Schauspielerin Tirzah Haase vor, die eine Auswahl der Dokumente rezitierte. Frau Haase beeindruckte sehr, indem sie beispielhaft zunächst von jüdischen Mitbürgern angefertigte Vermögensaufstellungen vortrug, dann die Versteigerung  persönlichster Gegenstände deutlich machte und  am Beispiel eines Mahnschreibens bezüglich der Bezahlung von in Besitz genommenen und dann gelieferten Nähmaschinen an die Gettoverwaltung den Irrsinn des ganzen „legalen“ Unterfangens verdeutlichte.

Wolfgang Dreßen erläuterte seine Motivation und seine Arbeit im Zusammenhang mit der Ausstellung.

Es ergab sich eine sehr lebhafte Diskussion der Gäste und dem Macher der Ausstellung. Im Anschluss konnte die Ausstellung besichtigt werden.

 

Passend zur Ausstellung wird am 16. November um 20:30 Uhr der Film „Menschiches Versagen“ von Michael Verhoeven im Filmtheater Schauburg gezeigt.  Der Regisseur ist dabei anwesend. Am 3. Dezember um 19 Uhr kann in der Steinwache Gerd Monheims Film „Mariannes Heimkehr – Die Jüdin, der Beamte und das Dorf“ angesehen werden. Auch hier wird der Regisseur dabei sein. Der Eintritt ist jeweils kostenlos.

 

 

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

 

 

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21.10.19: gemeinsame Mahnwache gegen rechts

 

Folgende Dortmunder Gruppen & Organisationen unterstützen den Aufruf des „Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus“ und treten am Montag, den 21. Oktober 2019 ab 19:15 Uhr am Mahnmal für die Opfer des NSU („Gedenkstätte für die Opfer rechtsextremer Gewalt“) (Steinstraße 48, 44147 Dortmund) vereint gegen Neonazismus auf:

> Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus
> Bündnis Dortmund gegen Rechts (BDgR)
> Flüchtlingspaten Dortmund e. V.
> Seebrücke Dortmund (Lokalgruppe Dortmund)
> Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e. V.) (Kreisvereinigung Dortmund)

 

 

Im folgenden der Aufruf des „Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus“:

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11.10.19: Erklärung & Aufruf des BDgR

 

 

am 10.10.19 wurde im Begleitausschuss einstimmig beschlossen, einen offenen Brief an den Polizeipräsidenten zu schicken mit der Aufforderung, die Nazidemo am kommenden
Montag, den 14. Oktober zu verbieten. Außerdem haben die Teilnehmer*innen einstimmig beschlossen, dass jede beteiligte Gruppe zu einer Demonstration aufrufen sollte. Dem haben wir uns als Bündnis nicht verschlossen und haben ebenfalls eine Demonstration angemeldet. Wir wollen den Nazis das Leben an diesem Tag so schwer wie möglich machen.

Folgende Demo haben wir angemeldet:
Start um 19:00 Uhr an der Kurfürstenstraße / Kirchenstraße (Arbeitsamt) und anschließend kurze Demo zur Mallinckrodtstraße bis zur Gedenktafel für Mehmet Kubasik.

Wir würden uns freuen, wenn ihr zahlreich erscheint.

Bitte leitet diese Nachricht an Interessierte weiter.

 

 

 

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10.10.19: Gemeinsamer Aufruf von Dortmunder Bündnissen gegen rechts

 

Gemeinsamer Aufruf

> Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus Dortmund
> Bündnis Dortmund gegen Rechts
> BlockaDO

 

Aufruf zu Demonstrationen gegen Antisemitismus,
Rassismus und Menschenfeindlichkeit in der Nordstadt

Am kommenden Montag wollen Neonazis in der Nordstadt erneut rassistisch und antisemitisch hetzen. Nach den Morden in Halle und den voraus gegangenen Umtrieben der Nazis in Dortmund wird die Stadtgesellschaft mit ihren verschiedenen Bündnissen gemeinsam den Nazis entschlossen entgegen treten.

Um die Vielfalt des Protests deutlich zu machen, gibt es am Montag, 14.10. – jeweils ab 19 Uhr – bis dato drei Versammlungen und Demos an verschiedenen, aber eng bei einander liegenden, Orten. Denn der Naziaufmarsch soll nach den Vorkommnissen in Dortmund, aber vor allem auch in Halle, nicht umkommentiert bleiben. Zudem ist es längst überfällig, dass auch die Menschen in der Nordstadt, die seit Wochen die Aufmärsche der Nazis ertragen müssen, Unterstützung bekommen und Solidarität erfahren.

Daher wird es bis dato folgende Versammlungen bzw. Demonstrationen geben:

Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache/ Internationales Rombergpark-Komitee e.V. wird in Kooperation mit dem Arbeitskreis Dortmund gegen Rechtsextremismus am NSU-Mahnmal (Steinstraße 48) eine Demonstration starten.

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts wird seine Demonstration an der Kurfürstenstraße/ Ecke Kirchenstraße starten.

Das Bündnis BlockaDO trifft sich an der Ecke Grüne Straße/ Baumstraße.

Die Organisationen rufen dazu auf, am Montag – unabhängig eines möglichen Verbots des Neonazi-Aufmarschs – ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in Dortmund zu setzen.

 

Die VeranstalterInnen

 

 

 

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10.10.19: Offener Brief an den Dortmunder Polizeipräsidenten

 

10. Oktober 2019

Offener Brief
an den Polizeipräsidenten zu den Naziaufmärschen und Versammlungsaufrufe für den 14.10.2019

Polizeipräsident Gregor Lange
Polizeivizepräsidentin Alexandra Dorndorf

 

 

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Lange,
sehr geehrte Frau Vizepräsidentin Dorndorf,

ich schreibe Ihnen im Auftrag des Begleitausschusses der
Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Wie Sie wissen
besteht das Gremium aus allen wesentlichen zivilgesellschaftlichen
Akteur*innen unserer Stadt. Das Gremium hat am 10.Oktober einstimmig
beschlossen, Sie aufzufordern, die Neonazi-Aufmärsche durch die
Nordstadt zu untersagen.

Begründung:

Die menschenverachtenden Morde sowie die Angriffe auf die Synagoge in
Halle durch einen Rechtsextremen erschüttern das ganze Land,
erschüttern auch die demokratische Dortmunder Stadtgesellschaft
zutiefst.

Es ist unerträglich, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland angegriffen
werden. Die Angriffe und Morde von Halle, jeder Angriff auf jüdische
Menschen und Einrichtungen sind Angriffe auf uns alle und auf die Werte
unserer freien Gesellschaft. Antisemitismus ist deshalb mit aller Kraft und
rechtsstaatlichen Härte zu bekämpfen, auch in Dortmund. Auch die
Dortmunder Polizei hat sich mehrfach klar gegen Antisemitismus geäußert
und ist im März 2019 dem Dortmunder Netzwerk gegen Antisemitismus
beigetreten.

Trotzdem ziehen in Dortmund Neonazis immer wieder mit antisemitischen
Parolen und dem Ruf „Nie wieder Israel“ durch die Straßen. Allerdings wird
im Auftreten deutlich, dass es sich nicht um eine wie immer geartete
„Israel-Kritik“ handelt, sondern um Antisemitismus. Dies wird in den
Störaktionen beim Pogromnacht – Gedenken in Dorstfeld, aber auch beim
Skandieren der Parole „Wer Deutschland liebt ist Antisemit“, der
Unterstützung der notorischen Holocaust-Leugnern Ursula Haverbeck
sowie andere auch gerichtlich anhängige Äußerungen deutlich wie die des
„Die Rechte“-Bundesvorsitzenden Sascha Krolzig, der den Vorsitzenden
der jüdischen Gemeinde in Bielefeld als „frechen Juden-Funktionär“
bezeichnet hat und dafür am 10. Oktober 2019 in zweiter Instanz
verurteilt wurde. Dies sind nur einige Beispiele für die antisemitische
Grundhaltung der Dortmunder Neonazis.

Diese Rufe sind der verbale Aufruf für antisemitische Taten und Täter in
Halle oder sonst wo. Die Dortmunder Neonazis haben angekündigt, an 12
Montagen durch die Nordstadt zu marschieren – zwei dieser Montags-
Aufmärsche haben bereits stattgefunden, der nächste ist für den
kommenden Montag angekündigt. Es ist zu erwarten, dass auch dabei
wieder die o.g. sowie weitere antisemitische Parolen gebrüllt werden.

Nicht nur, aber erst recht seit dem rechtsextremen Attentat in Halle halten
wir das für unerträglich und nicht hinnehmbar. Es muss insbesondere für
unsere jüdischen Mitbügerinnen und Mitbürger gerade auch in Dortmund
wie ein Hohn klingen, wenn wenige Tage nach dem Terror in Halle und
dem Angriff auf die dortige Synagoge der verbale antisemitische Hass auf
den Straßen marschiert und zu hören ist.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat im Mai 2018 festgestellt, dass
allein durch das Skandieren dieser Parolen die Grenzen der
Meinungsfreiheit nach Art 5 GG noch nicht überschritten seien und für sich
genommen nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllten.
Gleichzeitig hält das Gericht fest, dass es keine konkreten Anhaltspunkte
dafür gäbe, „(….) dass der Antragsteller (hier: die Partei DIE RECHTE) die
Parole ‚Nie wieder Israel‘ oder eine vergleichbare Äußerung im Zuge der
angemeldeten Versammlung mit einem paramilitärischen oder einem
sonst die Bevölkerung einschüchternden aggressiven, gewalttätigen
Auftreten verknüpfen werde.“

Gerade nach dem Terroranschlag in Halle sind wir der Auffassung, dass
das nicht so stehen bleiben darf. Denn was sollte vor den Hintergrund der
von einem Rechtsextremen verübten und der geplanten weiteren Morde
an Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Halle die von Nazis in Dortmund
gebrüllte Parole „Nie wieder Israel“ anderes sein als ein „die Bevölkerung
einschüchterndes aggressives, gewalttätiges Auftreten“?

Dazu kommt, dass der Dortmunder Neonazi-Aufmarsch am kommenden
Montag wahrscheinlich bundesweit der erste rechtsextreme Aufmarsch
nach den schrecklichen Ereignissen in Halle sein wird. Deshalb ist damit zu
rechnen, dass er aus diesem Grund medial weit über Dortmund hinaus
begleitet, beobachtet und kommentiert werden wird. Dortmund würde
dann wieder einmal bundesweit in das Licht einer Nazi-Hochburg geraten,
in der Rechtsextreme sogar nur fünf Tage nach einem rechtsextremen
Attentat ungestört marschieren dürfen.

gezielt Jagd auf Menschen mit Migrationshintergrund gemacht hat. Er
tötete in einer Döner-Bude einen Migranten und versuchte weitere zu
töten, was ihm nur auf Grund einer Ladehemmung der Waffe misslang.
Neonazis danach durch die Nordstadt ziehen zu lassen – einem
mehrheitlich migrantisch geprägten Viertel – im dem auch der NSU mit
einem Kiosk-Mord seine Spuren hinterlassen und viel Leid verursacht hat,
ist nicht hinnehmbar.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch unseren Unmut nicht
verhehlen, dass beim letzten Aufmarsch die Neonazis – entgegen der
Zusicherung der Polizei – an der NS-Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
und dem NSU-Mahnmal vorbeigeleitet wurden.

Bereits vor zwei Wochen haben die Neonazis am Jüdischen Neujahr mit
dem Skandieren „Nie wieder Israel“ und „Palästina hilf uns doch, Israel
gibt es immer noch“ für bundesweite Empörung gesorgt und auch den
israelischen Botschafter zu einem klaren Statement genötigt. Am 14.
Oktober und dem 21. Oktober sind zudem erneut jüdische Feiertage.
Daher sind solche Aufmärsche überhaupt nicht hinnehmbar. Am
kommenden Montag ist der Eklat vorprogrammiert, da mit Dieter Riefling
einer bekanntesten Hetzer der deutschen Neonazi-Szene – er ist mehrfach
einschlägig vorbestraft – als Redner angekündigt ist.

Wir fordern Sie deshalb auf, vor diesem Hintergrund die Aufmärsche zu
verbieten. Noch heute werden drei zivilgesellschaftliche Organisationen für
den kommenden Montag jeweils Versammlungen anmelden.

Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit
dürfen in Deutschland, dürfen in Dortmund keinen Platz haben.

Im Namen der Mitglieder des Begleitausschusses

Hartmut Anders-Hoepgen
(Vorsitzender des Begleitausschusses)

 

 

Nachrichtlich: Zivilgesellschaftliche Mitglieder im Begleitausschuss:

Arbeitskreis Christen gegen Rechtsextremismus
Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus
Auslandsgesellschaft NRW e.V.
BackUp
Ballspielverein Borussia
BlockaDo
Bündnis Dortmund gegen Rechts
BVB – Fanbeauftragte
CoBaYana
DGB Dortmund-Hellweg
Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark – Komitee
Jugendring Dortmund
Katholische Stadtkirche
Mitglieder der Ratsfraktionen CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke
Netzwerk gegen Rechts in Mengede
Runder Tisch für ein demokratisches Eving
Runder Tisch für Toleranz und Verständigung in Dorstfeld
Runder Tisch gegen Extremismus Lütgendortmund
Quartiersdemokraten

 

 

 

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