22.06.21: Dortmunder Aufruf zum 22. Juni 2021

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Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergparkkomitee e.V. , die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.), das Dortmunder Friedensforum und der Historische Verein Ar.kod.M e.V. (Altrussische Kriegsopferdaten-Memorial) haben diesen Aufruf herausgegeben:

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Mahn- und Gedenkveranstaltung
zum 22. Juni – 80 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion

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Vor 80 Jahren überfiel die deutsche Wehrmacht heimtückisch die Sowjetunion. So folgte nach dem Überfall auf Polen 1939 der erweiterte Angriffs- und Vernichtungskrieg Deutschlands – nun gegen die Sowjetunion. 27 Millionen sowjetische Bürgerinnen, davon 14 Millionen Zivilistinnen verloren in diesem Krieg ihr Leben. Von den 5,7 Millionen sowjetischen Soldaten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren, starben 3,3 Millionen. Diese Menschen starben an fehlender Versorgung, Hunger, Krankheiten und rassistischer Verfolgung. Sie wurden zu Hunderttausenden zur Zwangsarbeit verschleppt. Das Sterben dieser Menschen wurde bewusst in Kauf genommen. Es war Teil des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion, der mit der rassistischen Ideologie der Nazis begründet wurde.
Zu den Opfern dieses Vernichtungskrieges gehören auch die Kriegsfangenen und nach Deutschland verschleppten Zivilarbeiter:innen, die in Dortmund durch Zwangsarbeit gelitten haben und ums Leben gebracht wurden. An sie, an ihr Leiden und ihren Tod wollen wir erinnern.
In Dortmund ist der Gedenkstein an der Westfalenhalle, der an das Stalag VI D und an das Leiden und Sterben der Kriegsgefangenen in diesem Lager erinnert, ein Gedenkort ebenso wie der Internationale Friedhof am Rennweg. Wir begrüßen die Initiativen „den Toten einen Namen geben“ von Bürger*innen Dortmunds genauso wie das Projekt der Stadt Dortmund auf dem Internationalen Friedhof am Rennweg mit der Aufstellung von 58 Stellen mit Namen der dort begrabenen sowjetischen Kriegsopfer. Damit entstehen neue Chancen, sich mit den Verbrechen an den sowjetischen Kriegsgefangenen und den Verbrechen in der NS-Zeit, wie auch den Versäumnissen und der Ignoranz der Nachkriegszeit auseinander zu setzen.

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Wir brauchen Lernorte für Völkerverständigung und Humanität!

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Wir fragen: warum wurde ein friedliches und partnerschaftliches Verhältnis mit allen Staaten der ehemaligen Sowjetunion für Deutschland keine Staatsdoktrin, wie sie es auch für Israel ist?

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Bedauerlicherweise ist das Gegenteil der Fall:

● Deutsche Soldaten stehen im Rahmen der NATO an der russischen Westgrenze

● Der Rüstungsetat Deutschlands wurde erneut erhöht und die Waffenexporte ausgeweitet

● Sowohl die Bundesregierung als auch die EU beschließen immer neue Sanktionen gegen Russland: Wir wissen: Ohne Russland gibt es keinen dauerhaften Frieden in Europa!

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Von deutschem Boden muss Frieden ausgehen und nicht Krieg.

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Wir laden zur Mahn- und Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2021, 17.00 Uhr, am Gedenkstein an der Westfalenhalle ein.

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8. Mai 1945: Die zweite Geburt der Esther Bejarano

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Esther Bejarano (* 15. Dezember 1924), Holocaust-Überlebende,
über ihren Tag der Befreiung und über ihre zweite Geburt im Jahre 1945:

„Nach etwa fünf Tagen Marsch hörten wir, wie ein SS-Mann zu einem anderen sagte, es dürfe nicht mehr geschossen werden. Wir beschlossen, die Kolonne zu verlassen und zu siebt alleine weiter zu gehen. Eine nach der anderen versteckten wir uns hinter Bäumen und Sträuchern, als wir gerade durch einen Wald marschierten. Die Kolonne zog ohne uns weiter. Wir warteten eine Weile, bis die Gefahr vorbei war. Kein SS-Mann war zu sehen. Dann irrten wir durch den Wald, zogen unsere Häftlingskleidung aus und warfen sie weg. Als wir auf eine Landstraße kamen, mischten wir uns unter die vielen Flüchtlinge, die mit kleinen Leiterwagen, vollbepackt mit Koffern und Bündeln, auf der Landstraße umherirrten. Viele wusten noch gar nicht, wohin sie gingen. Die Leute waren alle aus Berlin und Umgebung. Sie flüchteten vor den Russen. Wir gingen mit ihnen, bis wir in ein kleines Dorf kamen. In einem Bauernhaus baten wir um Unterkunft. Der Bauer erlaubte uns, in einer Scheune zu übernachten. Noch erzählten wir niemandem, dass wir aus dem KZ kamen. Wir hatten große Angst, irgendein Nazi könnte uns wieder zu der Kolonne zurückbringen. Außerdem war ja der Krieg noch nicht beendet. Die SS kämpfte noch in den Wäldern.
Ein schrecklicher Hunger quälte uns. Eines der Mädchen bat den Bauer um etwas zu essen. Der brachte uns einen Eimer gekochter Kartoffeln in die Scheune, und wir fielen wie die Löwen darüber her. Kartoffeln hatten wir schon ewig nicht gegessen. Dann schliefen wir im Heu, und am nächsten Morgen wurden wir von dem Bauer geweckt. Er sagte uns: ‚Wenn ihr links runter geht, kommt ihr zu den Amerikanern. Geht ihr nacht rechts, da sind die Russen.‘ Wir brauchten gar nicht lange zu überlegen, wohin wir gehen sollten, denn links von uns kamen zwei amerikanische Panzer die Straße runtergefahren. Wir nahmen unsere paar Sachen und liefen ihnen entgegen. Die ameikanischen Soldaten halfen uns auf die Panzer und begrüßten uns sehr herzlich. Als wir ihnen unsere Nummern auf dem linken Arm zeigten, umarmten und küssten sie uns vor Freude, dass sie uns helfen konnten. Wir Mädchen sahen nicht gerade gut aus. Die meisten von uns waren sehr abgemagert, einige fühlten sich wirklich schwach. Die Soldaten wendeten und fuhren zurück in das mecklenburgische Städtchen Lübsch. Die Amis halfen uns vom Panzer runter und luden uns in ein Restaurant ein. Nun mussten wir ihnen vom KZ erzählen. Irmgard und ich konnten Englisch sprechen, und so beschrieben wir ihnen, was wir alles durchgemacht hatten. Ich erzählte ihnen auch, dass ich in Auschwitz im Orchester Akkordeon gespielt hatte. Es verging vielleicht eine halbe Stunde, da stand plötzlich ein Soldat mit einem Akkordeon vor mir. Er sagte: ‚Ich schenke dir das Akkordeon, komm lass uns singen, und du musst spielen.‘ Erst tranken wir Kaffee und aßen Kuchen, Schokolade, Kekse, die wir von den Amerikanern spendiert bekamen. Dann sangen wir alle zusammen. Wir waren sozusagen ‚allein‘ in der Kneipe. Die Deutschen hatten sich verdrückt.
Inzwischen hatten die Amerikaner für uns ein paar Zimmer organisiert. Am Nachmittag trafen wir uns wieder mit ihnen in der Kneipe, sie waren anscheinend sehr froh, uns getroffen zu haben. Während wir so gemütlich zusammen saßen, hörten wir auf der Straße plötzlich großen Jubel. Wir liefen alle auf die Straße und sahen, wie die Rote Armee einmarschierte. Die amerikanischen und russischen Soldaten begrüßten, umarmten und küssten sich. Alle waren glücklich, dass der Krieg endlich beendet war. Ein russischer Soldat brachte ein riesengroßes Bild von Adolf Hitler und stellte es mitten auf den Marktplatz. Ein anderer russischer Soldat rief: ‚Musik, wer macht Musik?‘ Ich nahm mein Akkordeon und ging auf den Marktplatz. Alle stellten sich rings um das Bild. Ein amerikanischer und ein russischer Soldat zündeten es an. Adolf Hitlers Bild brannte lichterloh, die Soldaten und die Mädchen aus dem KZ tanzten um das Bild herum, und ich spielte Akkordeon. Auch dieses Bild werde ich nie vergessen“ (Bejarano 2014: 82-83).

Bejarano, Esther 2014: Erinnerungen ‒ Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen rechts. 2. Aufl. Hamburg: LAIKA-Verlag.

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„Esther Bejarano (geboren als Esther Loewy, 15. Dezember 1924 in Saarlouis) ist eine deutsch-jüdische Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau. Mit Anita Lasker-Wallfisch und anderen spielte sie im Mädchenorchester von Auschwitz. Später engagierte sie sich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA). Sie tritt auch heute noch aktiv im Internationalen Auschwitz-Komitee und als Sängerin auf, seit 2009 vor allem mit der Rapgruppe Microphone Mafia aus Köln. Esther Bejarano hat mehrere autobiografische Romane geschrieben. 2013 erschien im Hamburger Laika-Verlag ihre Biografie ‚Erinnerungen. Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen rechts‘, das sowohl eigene biografische Kapitel enthielt, aber auch ein Interview mit Antonella Romeo.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Esther_Bejarano

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Bildquelle: https://www.galerie-der-abseitigen-kuenste.de/publikation/esther-bejarano-erinnerungen

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Bildquelle: https://es-la.facebook.com/wdr5/photos/a.168065819907267/2803911929655963/?type=3&theater

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8. Mai 2021: Den 8. Mai feiern!

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8. Mai 1945 – Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

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Dieser Tag jährt sich zum 76sten mal und ist uns Anlass, den unter unendlichen Opfern errungenen Frieden in Europa und das Niederringen des Nazi-Regimes zu feiern. Mörderischer Rassismus und ein Raub- und Vernichtungskrieg gingen von deutschem Boden aus und wurden hier beendet. Als die Konzentrationslager befreit wurden, schworen die Überlebenden und alle Antifaschistinnen und Demokratinnen: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

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BDgR & VVN-BdA anlässlich des 75. Jahrestages des Schwurs von Buchenwald am 19. April 1945 / Foto: Gabi Brenner

Bildquelle: https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2020/03/vvn_bda_gedenken-2020.jpg

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Wir setzen uns dafür ein, dass die Lehre des 8. Mai in Erinnerung bleibt und befolgt wird: Nein zu immer neuen Kriegen, nein zu Bundeswehreinsätzen in aller Welt, nein zu Rassismus und Faschismus. Nein zur Ausbeutung von Mensch und Natur. Ja zur friedlichen Lösung von Konflikten, ja zu Demokratie und sozialer Gerechtigkeit.

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Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ wird trotz Pandemie auch in diesem Jahr an diesen bedeutendsten Tag in unserer Geschichte erinnern und ihn feiern. Mit Musik, Texten und Gedichten wollen wir die antifaschistische Kultur hochhalten.

Wo: auf dem Platz der Alten Synagoge am Stadttheater
Wann: am Samstag, 8. Mai von 16.00 bis 17.30 Uhr ***

Wir laden herzlich zu der Veranstaltung ein. Wer unsere Aktion „Den 8. Mai feiern“ unterstützen möchte, melde sich über Telefon 0231 4271059 oder E-Mail ula.richter@web.de Wir freuen uns auf Eure/Ihre Rückmeldungen.

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Ula Richter und Dagmar Stüber-Najib
für das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ (BDgR)

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***Die Veranstaltung ist angemeldet. Die geltenden Corona-Schutzregeln werden eingehalten.

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Dortmund am Ende der Nazi-Herrschaft: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! / Foto: Stadtarchiv

Bildquelle: https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2015/04/Kriegsende-Dortmund-U-Turm_0040-e1432297317785.jpg

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88 Jahre 2. Mai 1933 – Nie wieder Faschismus!

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Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten


Am 2. Mai 1933 stürmten die Nazis in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser. Sie beschlagnahmten gewerkschaftliches Eigentum, misshandelten und verhafteten aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Für viele Engagierte war dies der Beginn jahrelanger Verfolgung und Unterdrückung. Deshalb gilt auch 88 Jahre danach: Nie wieder Faschismus!

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen hatten, begannen sie umgehend mit dem Umbau des Staates. Systematisch bereiteten sie Massenmord und Angriffskrieg vor. Erst warfen sie die Kommunisten und Sozialdemokraten in die Gefängnisse und die ersten KZs, dann beseitigten sie mit der so genannten Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat sowie dem Ermächtigungsgesetz die demokratische Staatsordnung der Weimarer Republik.

Mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 zerstörten die Nazis eines der letzten Bollwerke, das ihrer absoluten Machtergreifung noch hätte im Weg stehen können.

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Quelle: https://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/geschichte-2-mai-1933/++co++96e27d2a-4c62-11e8-ac93-52540088cada

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Die Zerschlagung der Gewerkschaften 1933

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erklärte die Führung des sozialdemokratisch orientierten Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB) Anfang Februar 1933 ihre politische Neutralität gegenüber dem NS-Regime. Zur Rettung der Organisation und zur Anerkennung als legale Arbeitnehmervertretung distanzierte sich der weitaus größte Dachverband deutscher Gewerkschaften von den politischen Zielen der SPD. Zudem erwartete der ADGB von der neuen Führung ein Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Trotz einsetzenden Straßenterrors der Nationalsozialisten gegenüber Gewerkschaftsfunktionären und der eigenmächtigen Absetzung gewerkschaftlicher Betriebsräte beteiligte sich der ADGB 1933 bereitwillig an den Feierlichkeiten zum „Tag der nationalen Arbeit“.

Erstmals erfüllte sich eine langersehnte gewerkschaftliche Forderung: Der 1. Mai war zum gesetzlichen Staatsfeiertag unter Fortzahlung des Lohns erklärt worden. Begeistert strömten im Reich hunderttausende Arbeiter zu den Veranstaltungen der NSDAP, von der sie sich die Erfüllung weiterer sozialer Forderungen erhofften.

Die von der NSDAP mit Massenkundgebungen suggerierte Volksgemeinschaft und Arbeiterfreundlichkeit endeten für den ADGB einen Tag später in einem Desaster. Zeitlich parallel zu den Vorbereitungen der Maifeiern war auf Anweisung der NSDAP von dem „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ unter Leitung von Robert Ley die Gleichschaltung der Gewerkschaften in die Wege geleitet worden. Betriebsratswahlen im März 1933, bei denen die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) nur ein Viertel der Stimmen erhielt, hatten verdeutlicht, dass die NSDAP bei den Arbeitern in städtischen Großbetrieben wenig Rückhalt besaß. Für die Sicherung ihrer Herrschaft war die Zerschlagung organisatorischer Strukturen der Arbeiterschaft, in der ein erhebliches sozialdemokratisches Widerstandspotential vorhanden war, von zentraler Bedeutung.

Am 2. Mai besetzten Mitglieder der Sturmabteilung (SA) und der NSBO in einer präzise vorbereiteten Aktion Büros, Banken und Redaktionshäuser der im ADGB organisierten Freien Gewerkschaften. Führende Funktionäre wurden in „Schutzhaft“ genommen und die Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt. An die übrigen Angestellten erging die Aufforderung, unter NSBO-Kommissaren loyal weiterzuarbeiten.

Bis Ende Juni 1933 wurden mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen auch die beiden anderen großen Richtungsgewerkschaften zwangsweise in die neu gegründete Deutsche Arbeitsfront (DAF) eingegliedert.

Arnulf Scriba
© Deutsches Historisches Museum, Berlin / 22. Juni 2015 / Text: CC BY NC SA 4.0

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Quelle: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung-der-ns-herrschaft/zerschlagung-der-gewerkschaften.html

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Besetzung des Gewerkschaftshauses des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, 2. Mai 1933

Bildquelle: https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/ba135301.jpg

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Besetzung des Gewerkschaftshauses am Berliner Engelufer, 2. Mai 1933

Bildquelle: https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/Titelbilder/ba111172.jpg

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11. April 1945: Befreiung des KZ Buchenwald

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Bildquelle: https://www.lichter-gegen-dunkelheit.de/wp-content/uploads/2020/01/Buchenwald-Lagertor.jpg

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Buchenwald, 2017

Bildquelle: https://www.dw.com/en/minutes-silence-at-buchenwald-concentration-camp-marks-72-years-since-liberation/a-38384666

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KZ Buchenwald

„Das Konzentrationslager Buchenwald (KZ Buchenwald) war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 266.000 Menschen aus allen Ländern Europas im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt, darunter 15.000 Sowjetbürger, 7.000 Polen, 6.000 Ungarn und 3.000 Franzosen.[1] Bei Annäherung der 3. US-Armee übernahmen am 11. April 1945 die Häftlinge die Leitung des Lagers von der abziehenden SS, nahmen 125 der Bewacher fest, öffneten die Tore und hissten die weiße Fahne. Bereits seit dem 8. April hatten viele Häftlinge durch Boykott und Sabotage ihre von den Nationalsozialisten so genannte Evakuierung verhindert und die US-Armee per Funk um Hilfe gerufen.[2][3] Nach Abzug der US-Truppen wurden Teile des Geländes von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager Nr. 2 genutzt. Es existierte bis 1950; dort starben 7000 Menschen. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnet. Ab 1991 wurde die Gedenkstätte Buchenwald neugestaltet. Sie enthält viele Ausstellungen zur Geschichte des Konzentrationslagers.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Buchenwald

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„Im April 1945 erreichten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Es ist bis heute ein Symbol für die Terrorherrschaft des Nationalsozialismus und bleibt zugleich wegen des Widerstands der Häftlinge besonders in Erinnerung.“

Quelle: https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/203931/befreiung-von-buchenwald

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Chronologie der Befreiung des KZ Buchenwald im April 1945

Anfang April 1945 waren im KZ Buchenwald an die 48.000 Menschen inhaftiert. Angesichts der bei Gotha stehenden US-Armee begann die SS am 7. April mit der Evakuierung des Lagers; es gelang ihr, trotz aller Verzögerungstaktiken der Häftlinge, etwa 28.000 Gefangene auf sog. Todesmärsche zu schicken. Sie werden mit Recht so bezeichnet: etwa jeder Dritte starb unterwegs oder wurde von der SS, dem Volkssturm oder Jugendlichen der HJ erschossen. Mit Hilfe der Berichte des Lagerkomitees der befreiten Häftlinge und der US-Einheiten lassen sich die dramatischen Stunden kurz vor dem Ende der SS-Herrschaft rekonstruieren.

Quelle: https://www.buchenwald.de/399/

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10. April 1945
https://www.buchenwald.de/466/

11. April 1945
https://www.buchenwald.de/473/

12./13. April 1945
https://www.buchenwald.de/469/

16. April 1945
https://www.buchenwald.de/470/

19. April 1945
https://www.buchenwald.de/pl/471/

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Doku-Film: „Lest we forget“ – Konzentrationslager Buchenwald, 15.04.1945

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11. April 2020

TV-Doku: „Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit“

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Als die ersten amerikanischen Kameraleute in das Konzentrationslager Buchenwald kamen, fielen ihnen vor allem zwei Dinge auf, die das Lager von anderen unterschied. Erstens die sogenannten Kinderbaracken mit über 900 jugendlichen Häftlingen, die das Grauen von Buchenwald dank protegierender Kräfte überleben konnten. Zweitens frappierende Unterschiede innerhalb der gesamten Häftlingsgemeinschaft: eine Vielzahl desorientierter und verhungernder Elendsgestalten auf der einen Seite, gut ausgestattete und stramm organisierte „Funktionshäftlinge“ mit ihren Untergruppierungen auf der anderen.

Von 1937 bis zu seiner Befreiung im April 1945 internierte die SS im Konzentrationslager Buchenwald 250.000 Häftlinge. 56.000 von ihnen fanden hier in unmittelbarer Nachbarschaft der Klassikerstadt Weimar den Tod. Nach dem Krieg suggerierte die DDR-Geschichtsschreibung jahrzehntelang, dass es vor allem die deutschen Kommunisten waren, die in Buchenwald litten und starben und trotzdem todesmutig den Widerstand gegen ihre Peiniger organisierten. Eine Heldensaga, die schließlich in der Legende von der erfolgreichen Selbstbefreiung des Lagers mündete. Neben der 1958 eingeweihten Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald war es vor allem der in 30 Sprachen übersetzte Roman „Nackt unter Wölfen“ und dessen 1963 von der DEFA realisierte Verfilmung, die diesen Mythos zementierten.

Der „Häftlingskrieg“

Nach dem Mauerfall fand man im Archiv der SED geheime Dokumente, die ein ganz anderes Bild von der Lagerwirklichkeit und der Rolle der deutschen Kommunisten zeichneten. Die Häftlinge bildeten keine homogene Leidensgemeinschaft, sondern kämpften in einzelnen Gruppen mit brutalsten Methoden gegeneinander ums Überleben. Durch Hunger und die Gewalt der SS wurde ein permanentes Klima der Angst geschaffen, in der Mitmenschlichkeit und Solidarität zu Ausnahmeerscheinungen wurden. Nach einem erbittert geführten „Häftlingskrieg“ gelang es den deutschen Kommunisten, wichtigste Posten der sogenannten Häftlingsselbstverwaltung zu besetzen. Auch mit Unterstützung der SS, die Buchenwald ab 1942/43 zu einem effektiven Arbeitslager umfunktionieren wollte und dabei auf die Mithilfe der gut organisierten und vernetzten Kommunisten angewiesen war.

Großer Einfluss der Kommunisten im Lageralltag

Im Gegenzug wuchs der Einfluss der deutschen Kommunisten auf den Lageralltag. Sie nutzten ihre privilegierte Stellung als Funktionshäftlinge, um ihre eigene Lage zu verbessern und z.B. verdiente Genossen von den Transportlisten zu bewahren, auf Kosten anderer. Ein erfolgreiches „Überlebenskollektiv“: Unter den 56.000 Toten des KZ Buchenwald konnte eine interne Untersuchungskommission der SED lediglich die Namen von 72 deutschen Kommunisten ausfindig machen.
Doch unter der Häftlingsselbstverwaltung durch die Kommunisten gelang es zugleich, das Leben aller Häftlinge im Lager zu erleichtern. Seuchen wurden eingedämmt, die hygienischen Bedingungen verbessert, die Versorgung ebenfalls. Ohne ihren Einsatz hätten auch die über 900 minderjährigen Häftlinge in den sogenannten Kinderbaracken kaum überlebt. Sie standen unter dem Schutz der Kommunisten. Viele von ihnen waren noch keine 14 Jahre, die Jüngsten gerade einmal 3 Jahre alt.

Kaum bekanntes Bildmaterial

Mit Hilfe von bislang kaum bekannten Bild-Dokumenten setzt die Dokumentation den sozialistischen Heldenmythos und die rekonstruierbare Lagerwirklichkeit auf dem Ettersberg zueinander in Beziehung – und zeigt, wie schwer es war, unter den Peitschenhieben der SS Würde und Empathie zu bewahren. Mit aufwendigen 3-D-Animationen vermittelt die Dokumentation einen Eindruck von der Architektur des heute weitestgehend zerstörten Lagers. In Buchenwald seit langen Jahren tätige Historiker wie Prof. Volker Knigge und Dr. Harry Stein unterstützten den Film mit fundierten Aussagen zur Lagergeschichte.

Ein Film von André Meier

Redaktion: Dr. Katja Wildermuth (MDR)
Produktion: Simone Baumann, Saxonia Entertainment

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Quelle: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-nackt-unter-woelfen/doku/index.html

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TV-Dokumentarfilm „Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit“

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Chronologie: Daten der Befreiung von einigen Konzentrationslagern

Auschwitz war weder das erste noch das das letzte Konzentrationslager, das befreit wurde

Die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager zog sich über ein knappes Jahr hin. Bevor die Alliierten die Lager erreichten, wurden zehntausende Gefangene im Lager ermordert, auf Todesmärschen in andere Lager oder in den Tod am Wegesrand geschickt. Daher wurden oftmals nur wenige hundert Überlebende bei der Befreiung des jeweiligen Lagers von den alliierten Soldaten angetroffen.

Die Geschichte der Todesmärsche erzählen Überlebende in ausgewählten Biographien.
Siehe Weblink: auschwitz.info/de/gedenken/gedenken-2015-70-jahre-befreiung/die-todesmaersche.html

Die Übersicht zeigt, wann welches Konzentrationslager befreit wurde – die Liste ist nur eine Auswahl und nennt bei weitem nicht alle Konzentrationslager.

23. Juli 1944
Majdanek, Polen
befreit durch sowjetische Truppen

13. Oktober 1944
Riga-Kaiserwald, Lettland
befreit durch sowjetische Truppen

27. Oktober 1944
Herzogenbusch, Niederlande
befreit durch kanadische Truppen

23. November 1944
Natzweiler-Struthof, Frankreich
befreit durch US-Truppen

27. Januar 1945
Auschwitz, Polen
befreit durch sowjetischen Truppen

13. Februar 1945
Groß-Rosen, Polen
befreit durch sowjetische Truppen

11. April 1945
Buchenwald, Deutschland
befreit durch US-Truppen

11. April 1945
Mittelbau-Dora, Deutschland
befreit durch US-Truppen

15. April 1945
Bergen-Belsen, Deutschland
befreit durch britische Truppen

22. April 1945
Sachsenhausen, Deutschland
befreit durch sowjetische und polnische Truppen

23. April 1945
Flossenbürg, Deutschland
befreit durch US-Truppen

29. April 1945
Dachau, Deutschland
befreit durch US-Truppen

30. April 1945
Ravensbrück, Deutschland
befreit durch sowjetische Truppen

5. Mai 1945
Mauthausen, Österreich
befreit durch US-Truppen

9. Mai 1945
Stutthof, Polen
befreit durch sowjetische Truppen

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Quelle: auschwitz.info/de/gedenken/gedenken-2015-70-jahre-befreiung/chronologie-der-befreiung-von-kz.html

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27.03.21: Rede gegen Verschärfung des Versammlungsgesetzes in NRW

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Veranstalterin: Dortmunder Bündnis gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes

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Aufruf zur Kundgebung am 27.03.21: https://www.dkp-dortmund.de/23-parteitag-der-dkp/aufruf-novergdo/

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Rede der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten), Kreisvereinigung Dortmund: https://www.dkp-dortmund.de/23-parteitag-der-dkp/rede-vvn-do/

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Rede von Peter Sturm (BDgR) während der Kundgebung gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes in NRW am Samstag, den 27. März 2021 um 17:00 Uhr an der Dortmunder Reinoldikirche (Nordseite):

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Manche Demonstranten im Hambacher Forst hätten nicht für den Wald, sondern gegen den Kapitalismus gekämpft, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul vor zwei Jahren in einem Interview der Süddeutschen Zeitung. Und dies sei mit Gewalt erfolgt, behauptete er.

Reul übersah eines: Der Kapitalismus ist kein Bestandteil der Verfassung. Das BVerG hat klargestellt: Abkehr vom Kapitalismus ist verfassungsmäßig zulässig.

Und ich füge hinzu: es ist unbedingt notwendig, liebe Anwesende!

Und weiter mit Herrn Reul:

Man müsse die ganz Bandbreite des LINKEN Extremismus bekämpfen. Wörtlich: Ich zitiere: „Und zum Thema Linksjugend: Auch die will unseren Staat abschaffen und deshalb führt sie einen antikapitalistischen Kampf. Das ist wichtig für die Einschätzung, wie ich mit denen umgehe.“ Zitatende.

Nun wissen wir, wie er mit „denen“ umgehen will. Er hat einen Entwurf für ein neues  Versammlungsgesetz vorgelegt.

Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ lehnt dieses geplante Versammlungsgesetz der von CDU und FDP geführten Landesregierung entschieden ab. Dieser Gesetzesentwurf birgt die Gefahr, in Zukunft nicht mehr gegen den aktuell immer stärker werdenden Rechtsextremismus demonstrieren zu können. Sollte dieser Entwurf verabschiedet werden, würde bereits ein Aufruf zur gewaltfreien Blockade gegen Aufmärsche neofaschistischer und rechtspolulistischer Parteien und Gruppierungen unter Strafandrohung von bis zu zwei Jahren verboten werden können. Auch angemeldete GEGEN-Demonstrationen wären davon betroffen. Gewinner wären nur rechte Parteien und Gruppierungen. Das wollen wir nicht zulassen.

In Dortmund wurde vor zehn Jahren von Persönlichkeiten wie Oberbürgermeister, Abgeordneten aller Parlamente, Gewerkschaftsvorständen, Landesministern, Betriebsräten und Jugendorganisationen ein Blockadeaufruf veröffentlich, der seine Wirkung bis heute hat. Die Nazis wurden in Dortmund zurückgedrängt. „Es reicht!“ hatten die Persönlichkeiten erklärt. „Wir stellen uns den Nazis gemeinsam in den Weg.“ Es gilt, „den Nazihorden den Weg zu blockieren.“

Für solche Aufrufe würden sich genau diese Persönlichkeiten heute zwei Jahre Gefängnis einhandeln können, wenn das neue NRW-Gesetz durchkommt. Dieses Gesetz setzt sich über das Mutlangen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts hinweg, was Blockaden im Politischen Kampf erlaubt.

Der Gesetzentwurf unter Herrn Reul reiht sich ein in die antidemokratischen Maßnahmen, die in den Pandemiezeiten üblich wurden:

 Flugblattverteilen? Verboten!

Demonstrieren? Verboten, wenn…

… es sich nicht um Querdenkerdemos handelt. In Kassel wurde den rechten Verschwörungstheoretikern und militanten Coronaleugnern freie Hand gelassen, aber gegen die demokratischen Gegendemonstranten durften Polizisten ihr Mütchen kühlen, wie Medien berichteten.

Nicht zu vergessen, die Gefahr von Einsätzen mit Tasern. Folterinstrumenten gleichkommende Waffen sollen in einem Großversuch der Dortmunder Polizei gegen die Bevölkerung der  Nordstadt eingesetzt werden.

Den Dortmunder Norden prägen mit der höchsten Bevölkerungsdichte und über 73 Prozent Migrationsanteil auch die höchsten Werte im Bereich Arbeitslosigkeit, geringfügiger Beschäftigung und Wohnraumknappheit. Corona lässt den Stadtteil zum explosiven Hotspot werden. Nirgendwo in der Stadt sind die Lernbedingungen und Zukunftschancen für Kinder aus großen Familien so schlecht wie in der Nordstadt. Hier wird Armut konzentriert und stigmatisiert. Nicht die Schaffung von Arbeitsplätzen, der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus oder Investitionen ins Schulwesen werden hier forciert, nein, bestenfalls Gentrifizierung, Förderung von Mietspekulation bzw. Verdrängung der Menschen aus der Nordstadt als Konzept der Armutsbekämpfung. Und nun noch das: Die Menschen der Nordstadt als Versuchskaninchen für eine Waffe, die die Opfer lähmt, in einen Schockzustand versetzt oder bei entsprechenden Vorerkrankungen zum Tode führen kann, wie in den USA bereits geschehen. Der letzte „erfolgreiche“ Einsatz in der Nordstadt betraf einen Obdachlosen, der in einem Hauseingang schlief. Er wehrte sich dagegen, von seinem Schlafplatz vertrieben zu werden.

Hier wird geprobt, das Aufbegehren gegen strukturelle Gewalt in einem ghettoisierten Stadtteil zu bekämpfen. Das nur hier nebenbei, aber sehr groß geschrieben, weil es sehr bedrohlich und wichtig zu wissen ist, auch im  Zusammenhang des geplanten Versammlungsgesetzes . Wie wird man später gegen entsprechende angehen können?

Nach der Verschärfung des Polizeigesetzes 2018 geht die NRW-Regierung mit ihrem Gesetzentwurf zum Versammlungsrecht einen weiteren Schritt in Richtung Polizeistaat. Gegenüber Veranstalter und VeranstalterinnenVersammlungsleiter und Versammlungsleiterinnen, Orderinnen und Ordner sowie allgemein Teilnehmende werden Hürden und eine strafbewehrte Drohkulisse aufgebaut, die offenbar schon VOR! der Anmeldung und Durchführung von öffentlichen Kundgebungen abschrecken oder diese zumindest erschweren soll. Davon wären dann nicht nur antifaschistische Kundgebungen betroffen, sondern auch Kundgebungen beispielsweise der Friedens-, Umwelt- und Klimabewegung, denken Sie an „Fridays for Future“ oder „Ende Gelände“.

Der Gesetzentwurf schreibt vor, dass in der Einladung zu einer öffentlichen Versammlung der Name des Veranstalters oder der Veranstalterin anzugeben sei, sie somit öffentlich werden. Dies bedeutet faktisch, dass die anmeldende Person einer antifaschistischen Demonstration den Nazis zum Fraß vorgeworfen wird, damit diese ihre Todeslisten auf dem Laufenden halten können. Dazu kommt noch: Es soll aus jedem Grund, den die Polizei als „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ annimmt, eine Liste mit Namen und Adressen der Ordner herausgegeben werden müssen, unabhängig davon, ob die Gefahr von der eigenen Demonstration oder anderen Umständen ausgeht. Auch weitere Einschränkungen

wie das sogenannte „Militanzverbot“,

das erweiterte Uniformverbot,

die Einrichtungen von Kontrollstellen oder die Erleichterung von Teilnahmeuntersagungen gegenüber einzelnen Personen ohne versammlungsbezogenen Anlass,

diese Einschränkungen öffnen Tor und Tür für willkürliche Entscheidungen der Polizei. Nicht überraschen kann in diesem Zusammenhang der Ausbau der Videoüberwachung.

WIR sagen: Die Möglichkeit zu friedlichen Blockadeaktionen ist eine ebenso wichtige und legitime Protestform!

WIR wissen:

Das Recht, unerkannt an öffentlichen Formen des Protests und der Meinungsäußerung teilzunehmen ist für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft nicht verhandelbar.

WIR sind davon überzeugt:

Sollte dieser Gesetzentwurf verabschiedet werden, würden erfolgreiche Demonstrationen gegen die rechte Szene nur noch unter hohen persönlichen Risiken für die Beteiligten stattfinden können – oder eben gar nicht mehr. Damit würde das Versammlungsgesetz völlig unterhölt und die Straße für Neofaschisten und Rechtsextremisten frei machen.

WIR wollen das auf keinen Fall.

WIR verlangen:

Weg mit diesem Gesetzentwurf! Er kann nicht verbessert werden, er muss ganz zurückgezogen werden.

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26.03.21

Gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes in NRW: Dortmunder Bündnis ruft für Samstag zu Kundgebung auf

Von Thomas Engel

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02.04.21: Aufruf zum Ostermarsch Rhein/Ruhr 2021

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Das BDgR unterstützt den Ostermarsch Rhein/Ruhr 2021.

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Aktuelle Informationen unter folgenden Weblinks:

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Der Ostermarsch Rhein Ruhr im Internet
http://www.ostermarsch-ruhr.de/index.html

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03.04.21
Kundgebung
Ostermarsch 2021: Aktion in Dortmund geplant – aber ohne Andacht

Nachdem der Ostermarsch im vergangenen Jahr pandemie-bedingt ins Internet verlegt worden ist, findet 2021 auch in Dortmund wieder eine Aktion statt. Doch trotzdem ist das Programm etwas anders als gewohnt.
von Wilco Ruhland
https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/ostermarsch-2021-aktion-in-dortmund-geplant-aber-ohne-andacht-1621046.html

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Das BDgR unterstützt das Gedenken im Rahmen der Gedenkveranstaltung in der Bittermark.

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Aktuelle Informationen unter folgenden Weblinks:

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Gedenkveranstaltung in der Bittermark
https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/ausunsererstadt/bittermark/startseite_bittermark/index.html

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Das Bittermarkgedenken – 75 Jahre nach den Morden
https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/medienportal/fotos/bilderstrecke_626700.html

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GEMORDET – KARFREITAG – 1945

Bildquelle: dortmund.de/media/p/stadtarchiv/downloads_stadtarchiv/Bittermarkrede-Herbert-1.pdf

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Bildquelle: Von Mbdortmund – Eigenes Werk, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4958272

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Bildquelle: nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2017/04/Karfreitagsgedenken-Bittermark-Foto-Roland-Klecker-_ORA9415_web.jpg

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19.02.21: Gedenk-Kundgebung: „Ein Jahr nach Hanau“

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Wir vom BDgR unterstützen die Gedenk-Kundgebung „Ein Jahr nach Hanau“ und nehmen gemeinsam mit allen anderen, antifaschistisch Aktiven daran teil.

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Wir gedenken den Opfern des rassistischen Attentats.

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Bildquelle: aa170.noblogs.org/files/2021/02/Hanau_Sharepic.jpeg

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27.01.21: Gedenken am Internationalen Holocaust-Gedenktag

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Einladung an alle Antifaschist*innen:

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das BDgR gedenkt am 27. Januar 2021 um 16:00 Uhr am Gedenkstein für die Sinti und Roma den Opfern des Holocaust.
Der Gedenkstein befindet sich an der Ecke Weißenburgerstraße / Gronaustraße.
Im Rahmen des kulturellen, traditionellen und antifaschistischen Gedenkens wird aus den Reihen des BDgR eine Kransniederlegung stattfinden. Der Antifaschist Helmut Manz wird eine Rede halten. Das Gedenken wird mit musikalischen Beiträgen begleitet und abgeschlossen.

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Wir freuen uns auf Euer Kommen!

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Informationen zum Gedenkstein für die Sinti und Roma:

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Zum Gedenken an die mehr als 150 Sinti, die von Dortmund nach Auschwitz deportiert wurden.

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Einweihung: 07.12.1998

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Inschrift:

„Vom ehemaligen Ostbahnhof aus, dessen Gelände sich früher in unmittelbarer Nähe befand, wurden am 9. März 1943 Sinti und Roma aus Dortmund und Umgebung in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

Zum ehrenden Gedenken an die Ermordeten und den Lebenden zur Mahnung, stets rechtzeitig der Unmenschlichkeit entgegenzutreten.“

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Initiator(en): Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband NRW

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Entstehung:

Der Gedenkstein befindet sich auf einem Rasengrundstück unmittelbar in der Nähe einer Eisenbahnbrücke. Zuvor wurde als authentischer Ort des Gedenkens der einzige noch erhaltene Gebäudeteil des alten Ostbahnhofes vorgeschlagen. Allerdings konnte dies derzeit aufgrund von umfangreichen Bauarbeiten nicht umgesetzt werden.

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Hintergrund:

Vom Dortmunder Süd- oder Ostbahnhof aus, wo die Menschen zuvor hin verschleppt worden waren, wurden Anfang März 1943 über 1000 Menschen jüdischen Glaubens und mehr als 150 Sinti in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur wenige überlebten. Der Gedenkstein soll helfen, diese grausamen Taten nicht zu vergessen und gleichzeitig als Mahnung für die Zukunft gelten.

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Text- und Bildquelle: https://gedenkorte.sintiundroma.de/index.php?ortID=14

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Erklärung von Ula Richter (BDgR) zum Holocaust-Gedenktag 2021:

27. Januar 1945
Die Befreiung des KZ und Vernichtungslagers Auschwitz/Birkenau durch die Rote Armee

Bei ihrem Eintreffen in Auschwitz fanden die sowjetischen Soldaten 7600 Überlebende und 650 Leichen, sowie 843.000 Herrenmäntel, 877.000 Frauenmäntel und Kleider und 7,7 Tonnen menschliches Haar. Kurz vor dem Eintreffen der Roten Armee hatten die Nazi-Mörder die Vernichtungslager gesprengt und über 50.000 Überlebende auf die Todesmärsche getrieben, die nur wenige überlebten.

Über eine Million Menschen wurde hier fabrikmäßig gemordet. Die größte Opfergruppe waren die europäischen Juden, aber auch Sinti und Roma, Menschen aus slawischen Ländern, russische Kriegsgefangene, Widerstandskämpfer*innen, alle die nicht in das rassistische Weltbild der Faschisten passten. Das Giftgas Zyklon B wurde zuerst 1941 an sowjetischen Gefangenen getestet, bevor es ab 1942 zum Massenmord benutzt wurde.

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“

„Die Geschichte berichtet von keinem Verbrechen, das jemals gegen so viele Opfer gerichtet und mit so viel berechneter Grausamkeit begangen wurde“, so der Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Neben dem Vergiften wurde erschlagen, erschossen, durch medizinische Experimente, durch Hunger und Kälte getötet.

Tod durch Arbeit

Großkonzerne betrieben 47 Nebenlager, in denen die halb verhungerten Häftlinge zur Schwerst-arbeit gezwungen wurden. Die Lebenserwartung in den Arbeitslagern betrug drei Monate.

Sieg über den Faschismus

Die Befreiung von Auschwitz war das Signal für die Befreiung Deutschlands, Europas, der ganzen Welt von der Bestie des Hitlerfaschismus. Auf der Brücke von Torgau gaben sich Rotarmisten und die von Westen kommenden US-Soldaten am 25. April 1945 die Hände. Der Sieg war zum Greifen nah.„Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ war am 8. Mai die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

Aus der Geschichte nichts gelernt?

Heute wird weltweit aufgerüstet und obwohl der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen steht, wird deren Einsatz nicht ausgeschlossen. Die “westliche Wertegemeinschaft“ führt Krieg gegen arme, aber an Rohstoffen reiche Länder des Südens und ist mit NATO-Truppen an Russlands Grenzen aktiv. Der alte Gegner im Osten wird neben China wieder zum Feindbild aufgebaut. Im Mai steht das nächste Großmanöver vor Russlands Haustür an. Mit 31.000 Soldaten soll der Kriegseinsatz geprobt werden. Deutschland ist mit Soldaten, Waffen und Logistik beteiligt.
Deutsche Soldaten wieder auf dem Weg nach Osten, wo die deutsche Wehrmacht schrecklichste Verbrechen begangen hat und die Sowjetunion ihren Sieg mit mehr als 27 Millionen Toten bezahlen musste ?

Die Befreiung von Auschwitz mahnt, dies nie zu vergessen.
Statt aufzurüsten ist Abrüsten das Gebot der Stunde!
Frieden mit Russland!

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Rom heißt Mensch

Rede von Helmut Manz (BDgR) am 27. Januar 2021 zum 76. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am Mahnmal für die aus Dortmund deportierten Sinti und Roma

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Liebe Anwesende.

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Heute vor 76 Jahren befreite die rote Armee Auschwitz – auch das Nebenlager B II e, das sogenannte „Zigeunerlager“. Für die allermeisten der Sinti und Roma, die am 9. März 1943 von hier – von diesem Ort – aus deportiert wurden, kam die Befreiung zu spät. Die Todesfabrik hatte sie schon zu Asche und Rauch – „verarbeitet“. Außer diesem Stein erinnert nichts mehr an sie.

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Der Stein ist ein Gedenkstein zum „ehrenvollen Gedenken an die Ermordeten“. Bis heute ist er auch ein Stein des Anstoßes, auf dessen Tafel geschrieben steht: „… den Lebenden zur Mahnung, stets rechtzeitig der Unmenschlichkeit entgegenzutreten.“


Die Mahnung ist aktueller als uns recht sein kann. Denn der Antiziganismus ist nach wie vor tief verankert. Und er ist nicht annähernd so geächtet wie der Antisemitismus. Der faschistische Völkermord an den Sinti und Roma ist im kollektiven Gedächtnis kaum präsent. Sein Name, das Romanes-Wort Porajmos, – auf deutsch: „das Verschlingen“ – ist im Land der Täter nur sehr wenigen ein Begriff.


An historischem Wissen fehlt es nicht. Am 16. März 1997 hat der damalige Bundespräsident Herzog den heutigen Forschungsstand in die klaren Worte gefasst: „Der Völkermord an den Sinti und Roma ist mit dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz, mit dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden.“

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Für die allermeisten Überlebenden kamen diese deutlichen Worte des Bundespräsidenten zu spät. Sie wurden auch nach 1945 als „Asoziale“ und „Kriminelle“ stigmatisiert und schikaniert. Von „Wiedergutmachung“ kann keine Rede sein. Noch 1956 rechtfertigte der Bundesgerichtshof den Naziterror vor 1943, weil er angeblich noch nicht rassistisch motiviert, sondern von den „Zigeunern“ selbst durch „eigene Asozialität, Kriminalität und Wandertrieb“ veranlasst gewesen sei. In unerträglichem Herrenmenschenton wurde den Opfern höchstrichterlich bescheinigt, dass ihnen „vielfach die sittlichen Antriebe der Achtung vor fremdem Eigentum“ fehlten, „weil ihnen wie primitiven Urmenschen ein ungehemmter Okkupationstrieb eigen“ sei.


Für die Überlebenden war der Rechtsnachfolger des Mörderstaates alles andere als ein Rechtsstaat. Ihre Behandlung durch die bundesdeutschen Behörden ist zutiefst beschämend. Der von dem jüdischen Überlebenden Ralph Giordano geprägte Begriff der zweiten Schuld trifft ohne Wenn und Aber auch auf das Unrecht zu, das den Sinti und Roma nach 1945 angetan wurde.

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Heute – in unserer unmittelbaren Gegenwart – darf die NPD ungehindert plakatieren: „Geld für die Oma statt für Sinti und Roma!“ Das Verwaltungsgericht München kann keine Volksverhetzung erkennen. Die Verdrängung der Vergangenheit bereitet den Boden für neue Unmenschlichkeit. Immer noch und schon wieder.


Die verdrängte Vergangenheit vergeht nicht. Erst die Erinnerung an die historische Schuld eröffnet die befreiende Perspektive einer anderen menschlichen Zukunft. Das ehrenvolle Gedenken an die Ermordeten und die Mahnung an die Lebenden sind zwei Seiten einer Medaille. Der Medaille der Menschlichkeit.

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Das ehrenvolle Gedenken an die Ermordeten erfordert nicht mehr als den Mut zur historischen Wahrheit. Die Ermordung der Sinti und Roma war rassistischer Massenmord. Das individuelle Verhalten oder die Lebensweise der Opfer diente allenfalls als Vorwand. Sie wurden ohne Ansehung der Person enteignet, entwürdigt und ihres Lebens beraubt. Sie waren Opfer rassistischer Verfolgung. Opfer faschistischen Rassenwahns.


Ob und inwiefern es sich bei den Sinti und Roma tatsächlich um so etwas wie eine Rasse handelt, ist in diesem Zusammenhang völlig unerheblich. Die Mörder hatten die Definitionsmacht. Bei der jüdischen Bevölkerung ließ sich die angebliche Rasse an der Religionszugehörigkeit der Großeltern festmachen. Bei den sogenannten „Zigeunern“ war die Erfassung nicht so einfach. Es brauchte Experten – sogenannte „Ziganologen“ – die durch rassistische Untersuchungen wie Schädelmessungen eine wissenschaftlich verbrämte Datenbasis für den Völkermord bereitstellten.

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Die Bestimmung der Rasse schrieb mit der vermeintlichen Herkunft zugleich die Zukunft fest – im Rahmen eines rassistischen Menschenzuchtprogramms der „Aufartung durch Ausmerzung“. Williger Vollstrecker war eine menschenverachtende Medizin, die die „rassenhygienische“ Ermordung ganzer Bevölkerungsgruppen als „Heilung“ eines imaginären „Volkskörpers“ verklärte. Für die als asoziale und kriminelle Rasse stigmatisierten „Zigeuner“ bedeutete diese perverse Heilung das Todesurteil. Die Vernichtung durch Arbeit, Erschießungskommandos und Gaskammern.

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„Im Dritten Reich hungert und friert niemand. Wer es dennoch tut, kommt ins KZ.“ Dieser Flüsterwitz aus den faschistischen Vorkriegsjahren enthüllt die ungeheure soziale Kälte der sogenannten Volksgemeinschaft. Die angebliche Armutsbekämpfung war in Wahrheit brutalste Armenbekämpfung. Besonders hart betroffen war die angeblich asoziale Rasse der sogenannten „Zigeuner“. Alle gegen die jüdische Bevölkerung gerichteten Diskriminierungsmaßnahmen wurden ausdrücklich oder automatisch auch auf sie übertragen. So waren beispielweise Liebesbeziehungen zu sogenannten „Ariern“ lebensgefährliche „Rassenschande“.

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Am 8. Dezember 1938 stellte Himmler in einem Runderlass eine „Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen dieser Rasse“ in Aussicht. In diesem Erlass ist auch schon ausdrücklich von der „endgültigen Lösung der Zigeunerfrage“ die Rede. Während des zweiten Weltkriegs wurde auch diese „Endlösung“ immer hemmungsloser in die Tat umgesetzt. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion wurden die Roma wie Freiwild von den Einsatzgruppen gejagt und vom Kleinkind bis zur Greisin ermordet. Der berüchtigte Kommissarbefehl war der Freibrief für die Völkermordroutine. Himmlers Auschwitz-Erlass vom 16. Dezember 1942 markiert eine Etappe – nicht den Beginn – des Porajmos. Nach allem, was wir heute über den Vernichtungskrieg der Wehrmacht im Osten und auf dem Balkan wissen, dürfte die vom Zentralrat der Sinti und Roma angenommene Zahl von insgesamt 500 000 Opfern wohl kaum übertrieben sein.

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Wenn heute der 50. Jahrestag der Befreiung wäre, könnte ich jetzt an dieser Stelle mit den Worten schließen: Nie wieder Auschwitz! Nie wieder Krieg!


Aber dieses „Nie wieder“ wäre zu schön, um wahr zu sein. Die bittere Wahrheit am heutigen 76. Jahrestag ist, dass Deutschland wieder Krieg führt. Nicht nur in Afghanistan, sondern – mehr oder weniger verdeckt – an vielen Kriegsschauplätzen. Krieg von deutschem Boden ist zur imperialistischen Normalität geworden. Trotz Auschwitz!


Ohne den Überfall auf Polen hätte das polnisch-jüdische Oswiecim niemals zu Auschwitz werden können. Der Vernichtungskrieg und das Vernichtungslager sind zwei untrennbar miteinander verbundene Seiten einer menschenverachtenden imperialistischen Politik. Daran gilt es gerade heute immer wieder zu erinnern. Sonst gewöhnen wir uns am Ende noch selbst an eine sogenannte „Staatsraison“, zu der das Gedenken an Auschwitz ebenso selbstverständlich gehört wie das Führen von Kriegen. Ganz so, als ob Krieg nach Auschwitz jemals wieder Mittel zur Durchsetzung deutscher Interessen sein dürfte!

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Der Dammbruch zur unerträglich unverkrampften Kriegspolitik von heute war der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen Jugoslawien. Er wurde angeblich nicht trotz, sondern wegen Auschwitz geführt. Die Wahrheit war auch das erste Opfer dieses Krieges, für den die Losung „Nie wieder Auschwitz!“ ebenso schamlos wie wirkungsvoll missbraucht wurde.


Ergebnis des angeblichen „Nie-wieder-Auschwitz!“-Kriegs war ein bezeichnendes Kriegsverbrechen: die Vertreibung der Roma aus dem Kosovo durch die albanischen NATO-Verbündeten. Dieses Verbrechen wird bis heute totgeschwiegen. So wiederholt sich Geschichte.

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Rom heißt Mensch. Einfach nur Mensch – ohne Habe, ohne Lobby, ohne Staat. Die Achtung der Roma ist der Prüfstein der Menschlichkeit. Damals und heute.

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Gedenk-Zeremonie des BDgR im Rahmen des Internationalen-Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2021 in Dortmund:

Veranstaltungs-Leitung: Volker / Rede-Beitrag: Helmut / Musik-Beitrag: Peter

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07.11.20: „Scherbenspur“

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Einladung

Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ erinnert

am 7. November 2020 um 16.30 Uhr

mit einer „Scherbenspur“ an die Pogromnacht vom 9. November 1938.

Ort der Aktion ist der Reinoldi-Vorplatz.

Wir laden alle herzlich ein, an der Veranstaltung teilzunehmen und unsere Einladung weiterzuleiten.

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09.11.20: Scherben vor der Reinoldikirche erinnerten an grausame Verbrechen

Eine Versammlung an der Reinoldikirche hat am Samstag für Aufsehen in der Dortmunder City gesorgt. Hier wurde in besonderer Weise an die Schrecken der Pogromnacht erinnert.

In der beginnenden Dämmerung sind sie in der Dortmunder City zu hören: Marschierende Schritte und antisemitische Hassparolen. Viele Passanten kommen an diesem Nachmittag des ersten November-Samstags 2020 an der Quelle dieser Geräusche vorbei. Viele wenden die die Köpfe, manche bleiben stehen. Rund 50 Menschen sind hier – mit Corona-Abständen und Masken – im Schatten der Reinoldikirche versammelt.

Die Quelle der Geräusche sind aufgestellte Lautsprecher, über die Originalaufnahmen aus dem Dritten Reich gespielt werden. Doch nur kurz. Viel deutlicher und länger sind die Stimmen zu vernehmen, die am Mikrofon mit Redebeiträgen an die schrecklichen Verbrechen von 82 Jahren erinnern. Und die klaren Botschaften gegen Antisemitismus und Faschismus verlauten lassen.

„Niemals vergessen!“ steht in weißer Schrift auf einem schwarzen Schild. Nie vergessen werden soll die Reichspogromnacht 1938. In der Nacht vom 9. Auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen, wurden Juden ermordet, gejagt und geschlagen, verhaftet und in die Polizeistationen und Konzentrationslager verschleppt. In Dortmund wurden 75 Prozent der erwachsenen Juden von der Gestapo in die Steinwache verschleppt. Die Synagoge in Hörde ging in Flammen auf, die in der Innenstadt war bereits zerstört. Jüdische Bürger wurden gezwungen, barfuß über Scherben zu laufen. An letztere Gräueltat erinnert an diesem 7. November 2020 eine symbolische Spur aus Scherben vor der Reinoldikirche.

Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ und die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ hatten am Nachmittag zum multimedialen Gedenken eingeladen. Mit Musik, Redebeiträgen, der Scherbenspur und den Tonaufnahmen.

Damit war die Versammlung an der Reinoldikirche eine der Gedenkveranstaltungen zu den November-Pogromen, die sich trotz Corona-Pandemie öffentlich Gehör verschaffen konnte.

Beispielsweise die Gedenkveranstaltung am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld wird am Montag anders stattfinden als geplant.

Quelle: Ruhr Nachrichten, Lokalseite, 9. November 2020, von Wilco Ruhland

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Bildquelle: BDgR

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