23.09.21: Protest gegen Thor Steinar-Laden

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Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ protestiert am 23.09. ab 17:00 Uhr gegen den Thor Steinar-Shop in der Kuckelke / Alter Burgwall und lädt zum gemeinsamen, antifaschistisch-kulturellen Protest ein.

Hier wird nicht nur Kleidung und andere Devotionalien der Nazis angeboten, der Laden soll auch als Treffpunkt für die rechte Szene dienen. Seit dieser Shop vor einem Jahr mitten in Dortmund eröffnet wurde, protestieren Demokrat*innen und Antifaschist*innen gegen ihn und fordern seine Schließung.  

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EINLADUNG zum antifaschistisch-kulturellen Protest:

Was?
Antifaschistisch-kulturelles Pogramm aus Live-Musik, kurzen Wortbeiträgen und Informationen

Wann?
Donnerstag, den 23.09. um 17:00 Uhr

Wo?
Kuckelke / Alter Burgwall

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01.09.21: NEIN zu AfD!

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1. September 2021: Das BDgR in gemeinsamer Aktion auf dem Friedensplatz gegen die AfD-Veranstaltung während des Antikriegstages.

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03.08.21: Zum Leben und Tod von Willi Hoffmeister

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„Auf einen klugen Kopf passt kein Stahlhelm“

– Willi Hoffmeister (* 25. März 1933; † 3. August 2021)

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Am 3. August ist Willi Hoffmeister im Alter von 88 Jahren gestorben.

Willi war Gewerkschafter, Antifaschist, Friedenskämpfer und Kommunist.
Er setzte sich als Betriebsrat ein für seine Kollegen bei Hoesch, er war Ostermarschierer der ersten Stunde, und war als Kommunist ein Vorbild. Willi lebte vor, was er für richtig hielt und war immer der Erste wenn es darum ging, für eine gemeinsame Aktion seinen Beitrag zu leisten. Er hat sein Leben lang gekämpft: für ein anderes, ein besseres Deutschland, für ein Land ohne Rüstung und Militär, ein Land in dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Kapital. Er genoss höchstes Ansehen bei allen Mitstreiter*innen.

Das Bundesverdienstkreuz bekam er am 30. Juli noch am Krankenbett ausgehändigt. Obwohl Willi diese Auszeichnung auch kritisch sah, hat er sich über die Würdigung seiner politischen Arbeit durch das Bundesverdienstkreuz gefreut. Er sah sie auch als Auszeichnung für seine Mitstreiter*innen aus der Friedens- und Antifa-Bewegung.

Willi Hoffmeister fehlt uns.

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Willi Hoffmeister während des Ostermarsches Rhein-Ruhr im Jahre 2017

Bildquelle: https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2017/04/Ostermarsch-Friedensdemo-Dortmund-2017-2-768×512.jpg

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Willi Hoffmeister während einer antifaschistischen Demonstration in Dortmund

Bildquelle: https://www.unsere-zeit.de/wp-content/uploads/2021/08/W.Hoffmeister.jpg

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Bildquelle: https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2021/08/willi-hoffmeister-20210805-115443.jpg

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04.08.21

Antriebsfeder Antifaschismus
Der Friedenskämpfer und Arbeiterführer Willi Hoffmeister ist gestorben

Von Ulrich Sander,
Journalist und Mitglied der VVN-BdA,
Dortmund

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Am Dienstagnachmittag traf in der Dortmunder Innenstadt eine Fahrraddemonstration der Friedensbewegung ein, die von Bielefeld bis nach Kalkar am Niederrhein führt. Auf der Kundgebung der Zwischenetappe wurde der Gruß eines Mannes verlesen, der sonst stets bei solchen Aktionen vorneweg dabei war: Willi Hoffmeister hatte uns von seinem Laptop aus dem Krankenhaus geschrieben. Wenig später erfuhren wir, dass er, 88-jährig, bereits verstorben war, als seine Worte an unsere Ohren drangen.

Am vorangegangenen Wochenende war ihm noch eine Ehre zuteil geworden, die ungewöhnlich für einen Menschen seiner politischen Überzeugungen ist. Er schrieb uns dazu: »Ich habe mich gefragt, ob ich das Bundesverdienstkreuz am Band annehmen sollte, und ich machte der DGB-Vorsitzenden und dem Bürgermeister, die an mein Krankenbett kamen, deutlich, dass ich eine solche Ehrung nicht für mich annehme, sondern nur für uns alle.« Wir waren tief bewegt, als wir diese Zeilen lasen.

Die Ehrung für Willi, den Gewerkschafter, Kommunisten, Friedens- und Antifa-Aktivisten war vom DGB Region Dortmund vorgeschlagen worden. Die Regionalvorsitzende Jutta Reiter dankte Willi für sein Bemühen um den Zusammenschluss aller Friedensfreunde sowie die Verknüpfung von Gewerkschaftsarbeit mit dem Engagement für »Antimilitarismus sowie Antifaschismus, denn das sind deine Antriebsfedern«.

Willi war IG-Metall-Betriebsrat in der Westfalenhütte und baute eine bundesweite betriebliche Friedensbewegung mit auf. Er wusste: Bewegungen für Demokratie und Frieden können nur dann erfolgreich sein, wenn die arbeitenden Menschen in den Betrieben einbezogen werden. Er selbst hatte die Schrecken des Krieges noch miterlebt. Sein von ihm verehrter Onkel, der kommunistische Arbeiter Franz Urbanski, hatte eine elfjährige KZ-Haft erlitten. Er gab seinem Neffen als Rat mit auf den Weg: »Junge, tu alles, damit es nie wieder zu Faschismus und Krieg kommt.« Willi erinnerte sich: »Das hat mich mein Leben lang geleitet.«

Der Onkel war gesundheitlich schwer angeschlagen. In einem Dorf bei Schwerin bekam er einen Neubauernhof zugewiesen – und kam damit nicht zurecht. Willi und seine Eltern wollten helfen. Sie verkauften ihre Habe und ihr Haus in Ostwestfalen und zogen in die DDR, erhielten jedoch keine dauerhafte Zuzugsgenehmigung. Die Behörden in der DDR meinten, der Platz der Hoffmeisters sei im Westen. Willi wäre sehr gern Bauer geworden. Wieder im Westen stand die Familie vor dem Nichts. Willi ging daher nach Dortmund. Er war Schreiner, wurde Hafenarbeiter, dann Stahlarbeiter. Jede Mark, die irgendwie übrig war, ging zu den Eltern, damit sie das Haus wiedererlangen konnten.

Über sechs Jahrzehnte war der Ostermarsch Willis wichtigstes politisches Projekt – seit 1961 marschierte er an Rhein und Ruhr in vorderster Reihe. Zugleich war er ein leidenschaftlicher Streiter für die Aktionseinheit der Linken. Als Parteivorstandsmitglied der DKP bis 1990 war er nicht nur bei seinen Genossen hoch anerkannt.

Als Willi im März 2011 eine Ausstellung über 50 Jahre Ostermarsch in der Nähe des Dortmunder Rathauses eröffnete, ließ es sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) nicht nehmen, den Kommunisten und Initiator der Exposition ausdrücklich zu würdigen: »Mein Dank geht an Willi Hoffmeister und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Ich hoffe, dass diese Ausstellung viele Menschen anlockt und motiviert, sich weiterhin oder auch erstmalig für den Frieden und gegen Krieg zu engagieren. Denn der Marsch ist noch nicht zu Ende, und er muss weitergegangen werden – das ist die Verantwortung, die wir für unsere Welt tragen.«

Willi war auch ein Meister des Leserbriefes. Er vermochte es, seine Gedanken, knapp gefasst und auf den Punkt gebracht, nicht nur in linke Medien zu tragen. Erst kürzlich schrieb er mir, was er zu Papier brachte, leider jedoch nicht veröffentlichen konnte. Ich freue mich, über diese Zeitung Willis Gedanken zu einem der beschämendsten Kapitel jüngster bundesdeutscher Geschichte der Öffentlichkeit zu vermitteln: »20 Jahre Krieg in Afghanistan haben dem Land keinen Frieden und Fortschritt gebracht. 12,5 Milliarden (ohne die Milliarden an Nebenkosten) wurden verpulvert. Schluss mit den Auslandseinsätzen in aller Welt – Abrüsten statt Aufrüsten. Die Mehrzahl der BundesbürgerInnen fordert das.«

Ja, lieber Willi, und wir werden weiter in diesem, Deinem Sinne kämpfen.

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Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1155284.willi-hoffmeister-antriebsfeder-antifaschismus.html

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22.03.15
Ostermarsch-Urgestein Willi Hoffmeister: Ein ganzes Leben im Kampf gegen die Bombe und für eine gerechtere Welt
https://www.nordstadtblogger.de/portraet-ueber-willi-hoffmeister-ein-ganzes-leben-im-kampf-gegen-die-bombe-und-fuer-eine-gerechtere-welt/

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02.08.21
Bundesverdienstkreuz für das Urgestein der Dortmunder Friedensbewegung: DGB gratuliert Willi Hoffmeister
https://www.nordstadtblogger.de/bundesverdienstkreuz-fuer-das-urgestein-der-dortmunder-friedensbewegung-dgb-gratuliert-willi-hoffmeister/

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05.08.21
Abschied von einem Antifaschisten und Friedensaktivisten: Willi Hoffmeister hat seinen letzten Kampf verloren
https://www.nordstadtblogger.de/abschied-von-einem-antifaschisten-und-friedensaktivisten-willi-hoffmeister-hat-seinen-letzten-kampf-verloren/

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12.09.20
»Es ist Zeit, die Faust nicht nur in der Tasche zu ballen«
Über das Leben eines Arbeiters im Kampf für Abrüstung, Völkerverständigung und Antifaschismus. Ein Gespräch mit Willi Hoffmeister

https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/386258.links-sein-es-ist-zeit-die-faust-nicht-nur-in-der-tasche-zu-ballen.html

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04.08.21
Bundesverdienstkreuz an Hoffmeister
Späte Ehrung für »Urgestein«
Gewerkschafter und Antifaschist Willi Hoffmeister mit Bundesverdienstkreuz geehrt

https://www.jungewelt.de/artikel/407694.bundesverdienstkreuz-an-hoffmeister-sp%C3%A4te-ehrung-f%C3%BCr-urgestein.html

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06.08.21
Antifaschismus
Einer der Stärksten

Zum Tod des Friedensaktivisten und Kommunisten Willi Hoffmeister
https://www.jungewelt.de/artikel/407819.antifaschismus-einer-der-st%C3%A4rksten.html

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05.08.21
In Gedenken an Willi Hoffmeister
https://www.unsere-zeit.de/in-gedenken-an-willi-hoffmeister-158901/

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06.08.21
Willi Hoffmeister mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Ehrung eines Friedenskämpfers

https://www.unsere-zeit.de/ehrung-eines-friedenskaempfers-158792/

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04.12.2016
Willi Hoffmeister: Ein Leben in der Friedensbewegung

Willi Hofmeister, geboren 1933 berichtet von seiner Jugend im Faschismus. Das Urgestein der Dortmunder Friedensbewegung erzählt über die Anfänge der Friedensbewegung in der jungen Bundesrepublik im Kampf gegen die Remilitarisierung, auch im Betrieb. Mit seinen über 80 Jahren arbeitet er weiterhin an den Themen Rüstungskonversion und betriebliche Friedensarbeit.

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02.08.21: Gedenkveranstaltung & Kunstaktion zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

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Fotografische Eindrücke der Gedenkveranstaltung und Kunstaktion vom 2. August 2021:

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Fotos von der Fotografin Katharina Urban

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10. Juli 2021: Zum Leben und Tod von Esther Bejarano

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„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit.
Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt.
Ihr müsst alles wissen, was damals geschah.
Und warum es geschah.“

– Esther Bejarano, deutsch jüdische Holocaust-Überlebende
(* 15. Dezember 1924; † 10. Juli 2021)

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Heute ist Esther Bejarano gestorben.

Sie schlief heute Morgen im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg nach kurzer schwerer Krankheit um 4:40 Uhr „friedlich und ruhig“ im Alter von 96 Jahren ein.

Wir trauern um Esther Bejarano.
Wir trauern mit ihren Familienangehörigen, mit ihren Freund*innen und Bekannten.

Esther Bejarano bedeutet und als Menschen und als Antifaschist*innen viel.
Menschlichkeit und Antifaschismus sind untrennbar miteinander verbunden.

Sie hat am eigenen Leib die brutalen Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 erfahren müssen, die wir nur aus den Geschichtsbüchern kennen. Sie hat durch den NS-Faschismus geliebte Familienangehörige verloren und hat Menschen leiden und sterben sehen müssen. Durch ihre musikalischen Fähigkeiten konnte Esther Bejarano im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überleben. Wenn Esther Bejarano in unserer Zeit über die NS-Zeit und über ihr Leben erzählte, das vom NS-Faschismus schwer gezeichnet war, hatten ihre Worte als Zeitzeugin überzeugendes und authentisches Gewicht. Sie blieb aber nicht ausschließlich der Vergangenheit verhaftet, sondern verband die Vergangenheit stets mit Gegenwart und Zukunft.
Auch nach 1945 hatte sie in der Bundesrepublik, im „Land der Täter“, leiden müssen, weil unsere damalige Gesellschaft durchsetzt war mit Nazis und Neonazis.
Auch in unserer Gegenwart warnte die hochbetagte Dame immer und immer wieder vor den weiterhin bestehenden Gefahren des Neofaschismus. Während der „Rosa-Luxemburg-Konferenz“ am 9. Januar 2016 betonte sie: „Liebe Freundinnen und Freunde, wir müssen alle wachsam sein und die Menschen, ganz besonders aber die Jugend, über die furchtbare Vergangenheit aufklären, damit nie wieder geschehe, was damals geschah. Denkt an die Worte von Bertolt Brecht: ‚Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.‘ Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde über den Holocaust geschwiegen. Nazis wurden, weil es keine Entnazifizierung gab, wieder Richter, Rechtsanwälte, Lehrer. Ja, sogar von Adenauer in die Regierung geholt. Die größten Nazi-Verbrecher, hier will ich nur Mengele nennen, Beteiligte des fabrikmäßigen Massenmordes, konnten mit umfassender Hilfe ins Ausland fliehen, damit sie nicht für ihre Verbrechen belangt werden konnten. Nahtlos setzte sich dieser Ungeist fort. Darum geht unser Kampf immer weiter. Bis es, so wie ich hoffe, keine Nazis auf der ganzen Erde mehr geben wird! Darum sage ich: der Satz ‚Wehret den Anfängen!‘ ist längst überholt. Wir sind mittendrin!“

Esther Bejarano ist uns Antifaschist*innen ein menschliches und antifaschistisches Vorbild.
Sie hat sich aus dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte zurück ins Leben gekämpft und sich ein neues Leben mit Familie aufgebaut. Sie hat als Holocaust-Überlebende stets Mitgefühl, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein bewiesen mit den Menschen, die unter den Nazis leiden mussten und gestorben sind: als Auschwitz-Überlebende erzählte sie über Jahrzehnte von den nationalsozialistischen Verbrechen in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit und war somit für die Menschen ein Sprachrohr und eine Stimme, die durch den Todesstoß des NS-Faschismus ihre Stimme nicht mehr erheben konnten.
Sie zeigte Empathie, Selbstbewusstsein, Mut, Scharfsinn, Ausdauer, Kraft, Willensstärke, Entschlossenheit, Widerständigkeit, Unangepasstheit sowie einen Sinn für und einen Drang nach Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Trotz aller schlimmen Erfahrungen und Widrigkeiten blieb sie sich ihrer Lebenslust und ihrem Humor treu. Auch äußerte sie als Sängerin und Musikerin immer wieder praktisch und öffentlich ihr ausgesprochenes Talent für künstlerisches Schaffen und künstlerischen Ausdruck im Sinne eines antifaschistischen Engagements. Gemeinsam mit ihren Kindern Joram & Edna und mit Kutlu & Rossi von der deutsch-türkisch-italienischen Rap-Band „Microphone Mafia“ war sie über Jahrzehnte künstlerisch-kulturell engagiert gegen menschenfeindliche Einstellungen von rechts.
Sie ist uns vom „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ (BDgR) ein leuchtendes Beispiel für eine nachhaltige Erinnerungs-, Aufklärungs- und Kulturarbeit gegen Neofaschismus und als Mensch ein respektables Vorbild mit Moral und Prinzipien.

Wir vom BDgR hatten sie seit unserer Gründung im Jahr 2000 in Dortmund immer wieder willkommen heißen können: bspw. auf dem Platz der Alten Synagoge, auf dem traditionellen UZ-Pressefest, in der Reinoldikirche oder im Dietrich-Keuning-Haus. Gemeinsam leisteten wir mit ihr Kulturarbeit gegen rechts, die öffentlich wahrgenommen wurde.

Am 9. Januar 2016 auf der „Rosa-Luxemburg-Konferenz“ sagte sie: „Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als das die Erfahrungen meiner Generation in Vergessenheit gerät. Dann wären alle Opfer des Faschismus und des Krieges, alles, was wir erlitten haben, umsonst gewesen.“

Ihre Erinnerungen und Erzählungen sind uns ein Vermächtnis.
Unsere Aufgabe und unser Versprechen ist, die Erfahrungen ihrer Generation wachzuhalten und weiterzuerzählen. Wir sind nun mit vielen weiteren antifaschistisch gesinnten Menschen das Sprachrohr ihrer Generation. Wir sind die Stimme Esther Bejaranos, die heute, am 10. Juli 2021 verstummt und von uns gegangen ist, denn wir wollen „alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“

Am 28. Januar 2018 sagte Esther Bejarano in der Fernsehsendung „Anne Will“: „Ich bin sehr optimistisch, weil ich so viel erfahre von den jungen Menschen, von den Jugendlichen. Wenn ich in die Schule gehe und hinterher die Schüler kommen, die wollen mich alles Mögliche fragen. Und dann sagen sie zu mir: ‚Frau Bejarano, Sie brauchen keine Angst zu haben, wenn auch keine Zeitzeugen mehr da sind. Wir werden Ihre Geschichte erzählen.‘ Ist das nicht toll?“

Liebe Esther Bejarano,
bitte habe keine Angst. Wir stehen für Dich und für Deine Generation ein.
Gemeinsam mit den jungen Menschen, die Deine Geschichte weitererzählen wollen.

Ruhe in Frieden.

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Esther Bejarano im Jahr 2015

Bildquelle: https://www.sueddeutsche.de/image/sz.1.2459946/704×396?v=1625907731

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19.07.21
Nach Tod von Antifaschistin
Bewegender Abschied
Esther Bejarano wurde am Sonntag in Hamburg beigesetzt. Bei Trauerfeier findet Rolf Becker klare Worte

Von Kristian Stemmler, Hamburg
https://www.jungewelt.de/artikel/406561.nach-tod-von-antifaschistin-bewegender-abschied.html

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21.07.21
Esther Bejarano
Abschied von Esther
Dokumentiert. »Mir lebn ejbig – wir leben trotzdem.« Eine Trauerrede zur Beisetzung von Esther Bejarano
Von Rolf Becker
https://www.jungewelt.de/artikel/406765.esther-bejarano-abschied-von-esther.html

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15. März 2014: Esther Bejarano mit Sohn Joram und Kutlu & Rossi von der Rap-Band „Microphone Mafia“ in der Dortmunder Reinoldikirche
(Eine Veranstaltung organisiert vom BDgR):

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Bildquelle: https://www.ev-kirche-dortmund.de/fileadmin/news_import/bejerano_microphonemafia.jpg

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16.03.14

VIDEOS: Holocaust-Überlebende Esther Bejarano in der Reinoldikirche – Mit Wort und Musik gegen Rechts

VIDEOS: Holocaust-Überlebende Esther Bejarano in der Reinoldikirche – Mit Wort und Musik gegen Rechts

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VIDEO: „Wann jeiht d´r Himmel widder op“

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VIDEO: „Insanlar – Menschen“

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VIDEO: „Mir lebn ejbig“

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22.06.21: Dortmunder Aufruf zum 22. Juni 2021

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Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergparkkomitee e.V. , die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.), das Dortmunder Friedensforum und der Historische Verein Ar.kod.M e.V. (Altrussische Kriegsopferdaten-Memorial) haben diesen Aufruf herausgegeben:

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Mahn- und Gedenkveranstaltung
zum 22. Juni – 80 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion

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Vor 80 Jahren überfiel die deutsche Wehrmacht heimtückisch die Sowjetunion. So folgte nach dem Überfall auf Polen 1939 der erweiterte Angriffs- und Vernichtungskrieg Deutschlands – nun gegen die Sowjetunion. 27 Millionen sowjetische Bürgerinnen, davon 14 Millionen Zivilistinnen verloren in diesem Krieg ihr Leben. Von den 5,7 Millionen sowjetischen Soldaten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren, starben 3,3 Millionen. Diese Menschen starben an fehlender Versorgung, Hunger, Krankheiten und rassistischer Verfolgung. Sie wurden zu Hunderttausenden zur Zwangsarbeit verschleppt. Das Sterben dieser Menschen wurde bewusst in Kauf genommen. Es war Teil des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion, der mit der rassistischen Ideologie der Nazis begründet wurde.
Zu den Opfern dieses Vernichtungskrieges gehören auch die Kriegsfangenen und nach Deutschland verschleppten Zivilarbeiter:innen, die in Dortmund durch Zwangsarbeit gelitten haben und ums Leben gebracht wurden. An sie, an ihr Leiden und ihren Tod wollen wir erinnern.
In Dortmund ist der Gedenkstein an der Westfalenhalle, der an das Stalag VI D und an das Leiden und Sterben der Kriegsgefangenen in diesem Lager erinnert, ein Gedenkort ebenso wie der Internationale Friedhof am Rennweg. Wir begrüßen die Initiativen „den Toten einen Namen geben“ von Bürger*innen Dortmunds genauso wie das Projekt der Stadt Dortmund auf dem Internationalen Friedhof am Rennweg mit der Aufstellung von 58 Stellen mit Namen der dort begrabenen sowjetischen Kriegsopfer. Damit entstehen neue Chancen, sich mit den Verbrechen an den sowjetischen Kriegsgefangenen und den Verbrechen in der NS-Zeit, wie auch den Versäumnissen und der Ignoranz der Nachkriegszeit auseinander zu setzen.

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Wir brauchen Lernorte für Völkerverständigung und Humanität!

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Wir fragen: warum wurde ein friedliches und partnerschaftliches Verhältnis mit allen Staaten der ehemaligen Sowjetunion für Deutschland keine Staatsdoktrin, wie sie es auch für Israel ist?

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Bedauerlicherweise ist das Gegenteil der Fall:

● Deutsche Soldaten stehen im Rahmen der NATO an der russischen Westgrenze

● Der Rüstungsetat Deutschlands wurde erneut erhöht und die Waffenexporte ausgeweitet

● Sowohl die Bundesregierung als auch die EU beschließen immer neue Sanktionen gegen Russland: Wir wissen: Ohne Russland gibt es keinen dauerhaften Frieden in Europa!

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Von deutschem Boden muss Frieden ausgehen und nicht Krieg.

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Wir laden zur Mahn- und Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2021, 17.00 Uhr, am Gedenkstein an der Westfalenhalle ein.

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8. Mai 1945: Die zweite Geburt der Esther Bejarano

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Esther Bejarano (* 15. Dezember 1924), Holocaust-Überlebende,
über ihren Tag der Befreiung und über ihre zweite Geburt im Jahre 1945:

„Nach etwa fünf Tagen Marsch hörten wir, wie ein SS-Mann zu einem anderen sagte, es dürfe nicht mehr geschossen werden. Wir beschlossen, die Kolonne zu verlassen und zu siebt alleine weiter zu gehen. Eine nach der anderen versteckten wir uns hinter Bäumen und Sträuchern, als wir gerade durch einen Wald marschierten. Die Kolonne zog ohne uns weiter. Wir warteten eine Weile, bis die Gefahr vorbei war. Kein SS-Mann war zu sehen. Dann irrten wir durch den Wald, zogen unsere Häftlingskleidung aus und warfen sie weg. Als wir auf eine Landstraße kamen, mischten wir uns unter die vielen Flüchtlinge, die mit kleinen Leiterwagen, vollbepackt mit Koffern und Bündeln, auf der Landstraße umherirrten. Viele wusten noch gar nicht, wohin sie gingen. Die Leute waren alle aus Berlin und Umgebung. Sie flüchteten vor den Russen. Wir gingen mit ihnen, bis wir in ein kleines Dorf kamen. In einem Bauernhaus baten wir um Unterkunft. Der Bauer erlaubte uns, in einer Scheune zu übernachten. Noch erzählten wir niemandem, dass wir aus dem KZ kamen. Wir hatten große Angst, irgendein Nazi könnte uns wieder zu der Kolonne zurückbringen. Außerdem war ja der Krieg noch nicht beendet. Die SS kämpfte noch in den Wäldern.
Ein schrecklicher Hunger quälte uns. Eines der Mädchen bat den Bauer um etwas zu essen. Der brachte uns einen Eimer gekochter Kartoffeln in die Scheune, und wir fielen wie die Löwen darüber her. Kartoffeln hatten wir schon ewig nicht gegessen. Dann schliefen wir im Heu, und am nächsten Morgen wurden wir von dem Bauer geweckt. Er sagte uns: ‚Wenn ihr links runter geht, kommt ihr zu den Amerikanern. Geht ihr nacht rechts, da sind die Russen.‘ Wir brauchten gar nicht lange zu überlegen, wohin wir gehen sollten, denn links von uns kamen zwei amerikanische Panzer die Straße runtergefahren. Wir nahmen unsere paar Sachen und liefen ihnen entgegen. Die ameikanischen Soldaten halfen uns auf die Panzer und begrüßten uns sehr herzlich. Als wir ihnen unsere Nummern auf dem linken Arm zeigten, umarmten und küssten sie uns vor Freude, dass sie uns helfen konnten. Wir Mädchen sahen nicht gerade gut aus. Die meisten von uns waren sehr abgemagert, einige fühlten sich wirklich schwach. Die Soldaten wendeten und fuhren zurück in das mecklenburgische Städtchen Lübsch. Die Amis halfen uns vom Panzer runter und luden uns in ein Restaurant ein. Nun mussten wir ihnen vom KZ erzählen. Irmgard und ich konnten Englisch sprechen, und so beschrieben wir ihnen, was wir alles durchgemacht hatten. Ich erzählte ihnen auch, dass ich in Auschwitz im Orchester Akkordeon gespielt hatte. Es verging vielleicht eine halbe Stunde, da stand plötzlich ein Soldat mit einem Akkordeon vor mir. Er sagte: ‚Ich schenke dir das Akkordeon, komm lass uns singen, und du musst spielen.‘ Erst tranken wir Kaffee und aßen Kuchen, Schokolade, Kekse, die wir von den Amerikanern spendiert bekamen. Dann sangen wir alle zusammen. Wir waren sozusagen ‚allein‘ in der Kneipe. Die Deutschen hatten sich verdrückt.
Inzwischen hatten die Amerikaner für uns ein paar Zimmer organisiert. Am Nachmittag trafen wir uns wieder mit ihnen in der Kneipe, sie waren anscheinend sehr froh, uns getroffen zu haben. Während wir so gemütlich zusammen saßen, hörten wir auf der Straße plötzlich großen Jubel. Wir liefen alle auf die Straße und sahen, wie die Rote Armee einmarschierte. Die amerikanischen und russischen Soldaten begrüßten, umarmten und küssten sich. Alle waren glücklich, dass der Krieg endlich beendet war. Ein russischer Soldat brachte ein riesengroßes Bild von Adolf Hitler und stellte es mitten auf den Marktplatz. Ein anderer russischer Soldat rief: ‚Musik, wer macht Musik?‘ Ich nahm mein Akkordeon und ging auf den Marktplatz. Alle stellten sich rings um das Bild. Ein amerikanischer und ein russischer Soldat zündeten es an. Adolf Hitlers Bild brannte lichterloh, die Soldaten und die Mädchen aus dem KZ tanzten um das Bild herum, und ich spielte Akkordeon. Auch dieses Bild werde ich nie vergessen“ (Bejarano 2014: 82-83).

Bejarano, Esther 2014: Erinnerungen ‒ Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen rechts. 2. Aufl. Hamburg: LAIKA-Verlag.

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„Esther Bejarano (geboren als Esther Loewy, 15. Dezember 1924 in Saarlouis) ist eine deutsch-jüdische Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau. Mit Anita Lasker-Wallfisch und anderen spielte sie im Mädchenorchester von Auschwitz. Später engagierte sie sich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA). Sie tritt auch heute noch aktiv im Internationalen Auschwitz-Komitee und als Sängerin auf, seit 2009 vor allem mit der Rapgruppe Microphone Mafia aus Köln. Esther Bejarano hat mehrere autobiografische Romane geschrieben. 2013 erschien im Hamburger Laika-Verlag ihre Biografie ‚Erinnerungen. Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen rechts‘, das sowohl eigene biografische Kapitel enthielt, aber auch ein Interview mit Antonella Romeo.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Esther_Bejarano

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Bildquelle: https://www.galerie-der-abseitigen-kuenste.de/publikation/esther-bejarano-erinnerungen

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Bildquelle: https://es-la.facebook.com/wdr5/photos/a.168065819907267/2803911929655963/?type=3&theater

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8. Mai 2021: Den 8. Mai feiern!

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8. Mai 1945 – Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

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Dieser Tag jährt sich zum 76sten mal und ist uns Anlass, den unter unendlichen Opfern errungenen Frieden in Europa und das Niederringen des Nazi-Regimes zu feiern. Mörderischer Rassismus und ein Raub- und Vernichtungskrieg gingen von deutschem Boden aus und wurden hier beendet. Als die Konzentrationslager befreit wurden, schworen die Überlebenden und alle Antifaschistinnen und Demokratinnen: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

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BDgR & VVN-BdA anlässlich des 75. Jahrestages des Schwurs von Buchenwald am 19. April 1945 / Foto: Gabi Brenner

Bildquelle: https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2020/03/vvn_bda_gedenken-2020.jpg

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Wir setzen uns dafür ein, dass die Lehre des 8. Mai in Erinnerung bleibt und befolgt wird: Nein zu immer neuen Kriegen, nein zu Bundeswehreinsätzen in aller Welt, nein zu Rassismus und Faschismus. Nein zur Ausbeutung von Mensch und Natur. Ja zur friedlichen Lösung von Konflikten, ja zu Demokratie und sozialer Gerechtigkeit.

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Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ wird trotz Pandemie auch in diesem Jahr an diesen bedeutendsten Tag in unserer Geschichte erinnern und ihn feiern. Mit Musik, Texten und Gedichten wollen wir die antifaschistische Kultur hochhalten.

Wo: auf dem Platz der Alten Synagoge am Stadttheater
Wann: am Samstag, 8. Mai von 16.00 bis 17.30 Uhr ***

Wir laden herzlich zu der Veranstaltung ein. Wer unsere Aktion „Den 8. Mai feiern“ unterstützen möchte, melde sich über Telefon 0231 4271059 oder E-Mail ula.richter@web.de Wir freuen uns auf Eure/Ihre Rückmeldungen.

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Ula Richter und Dagmar Stüber-Najib
für das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ (BDgR)

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***Die Veranstaltung ist angemeldet. Die geltenden Corona-Schutzregeln werden eingehalten.

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Dortmund am Ende der Nazi-Herrschaft: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! / Foto: Stadtarchiv

Bildquelle: https://www.nordstadtblogger.de/wp-content/uploads/2015/04/Kriegsende-Dortmund-U-Turm_0040-e1432297317785.jpg

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88 Jahre 2. Mai 1933 – Nie wieder Faschismus!

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Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten


Am 2. Mai 1933 stürmten die Nazis in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser. Sie beschlagnahmten gewerkschaftliches Eigentum, misshandelten und verhafteten aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Für viele Engagierte war dies der Beginn jahrelanger Verfolgung und Unterdrückung. Deshalb gilt auch 88 Jahre danach: Nie wieder Faschismus!

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen hatten, begannen sie umgehend mit dem Umbau des Staates. Systematisch bereiteten sie Massenmord und Angriffskrieg vor. Erst warfen sie die Kommunisten und Sozialdemokraten in die Gefängnisse und die ersten KZs, dann beseitigten sie mit der so genannten Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat sowie dem Ermächtigungsgesetz die demokratische Staatsordnung der Weimarer Republik.

Mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 zerstörten die Nazis eines der letzten Bollwerke, das ihrer absoluten Machtergreifung noch hätte im Weg stehen können.

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Quelle: https://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/geschichte-2-mai-1933/++co++96e27d2a-4c62-11e8-ac93-52540088cada

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Die Zerschlagung der Gewerkschaften 1933

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erklärte die Führung des sozialdemokratisch orientierten Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB) Anfang Februar 1933 ihre politische Neutralität gegenüber dem NS-Regime. Zur Rettung der Organisation und zur Anerkennung als legale Arbeitnehmervertretung distanzierte sich der weitaus größte Dachverband deutscher Gewerkschaften von den politischen Zielen der SPD. Zudem erwartete der ADGB von der neuen Führung ein Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Trotz einsetzenden Straßenterrors der Nationalsozialisten gegenüber Gewerkschaftsfunktionären und der eigenmächtigen Absetzung gewerkschaftlicher Betriebsräte beteiligte sich der ADGB 1933 bereitwillig an den Feierlichkeiten zum „Tag der nationalen Arbeit“.

Erstmals erfüllte sich eine langersehnte gewerkschaftliche Forderung: Der 1. Mai war zum gesetzlichen Staatsfeiertag unter Fortzahlung des Lohns erklärt worden. Begeistert strömten im Reich hunderttausende Arbeiter zu den Veranstaltungen der NSDAP, von der sie sich die Erfüllung weiterer sozialer Forderungen erhofften.

Die von der NSDAP mit Massenkundgebungen suggerierte Volksgemeinschaft und Arbeiterfreundlichkeit endeten für den ADGB einen Tag später in einem Desaster. Zeitlich parallel zu den Vorbereitungen der Maifeiern war auf Anweisung der NSDAP von dem „Aktionskomitee zum Schutz der deutschen Arbeit“ unter Leitung von Robert Ley die Gleichschaltung der Gewerkschaften in die Wege geleitet worden. Betriebsratswahlen im März 1933, bei denen die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) nur ein Viertel der Stimmen erhielt, hatten verdeutlicht, dass die NSDAP bei den Arbeitern in städtischen Großbetrieben wenig Rückhalt besaß. Für die Sicherung ihrer Herrschaft war die Zerschlagung organisatorischer Strukturen der Arbeiterschaft, in der ein erhebliches sozialdemokratisches Widerstandspotential vorhanden war, von zentraler Bedeutung.

Am 2. Mai besetzten Mitglieder der Sturmabteilung (SA) und der NSBO in einer präzise vorbereiteten Aktion Büros, Banken und Redaktionshäuser der im ADGB organisierten Freien Gewerkschaften. Führende Funktionäre wurden in „Schutzhaft“ genommen und die Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt. An die übrigen Angestellten erging die Aufforderung, unter NSBO-Kommissaren loyal weiterzuarbeiten.

Bis Ende Juni 1933 wurden mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen auch die beiden anderen großen Richtungsgewerkschaften zwangsweise in die neu gegründete Deutsche Arbeitsfront (DAF) eingegliedert.

Arnulf Scriba
© Deutsches Historisches Museum, Berlin / 22. Juni 2015 / Text: CC BY NC SA 4.0

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Quelle: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung-der-ns-herrschaft/zerschlagung-der-gewerkschaften.html

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Besetzung des Gewerkschaftshauses des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, 2. Mai 1933

Bildquelle: https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/ba135301.jpg

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Besetzung des Gewerkschaftshauses am Berliner Engelufer, 2. Mai 1933

Bildquelle: https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/Titelbilder/ba111172.jpg

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11. April 1945: Befreiung des KZ Buchenwald

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Bildquelle: https://www.lichter-gegen-dunkelheit.de/wp-content/uploads/2020/01/Buchenwald-Lagertor.jpg

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Buchenwald, 2017

Bildquelle: https://www.dw.com/en/minutes-silence-at-buchenwald-concentration-camp-marks-72-years-since-liberation/a-38384666

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KZ Buchenwald

„Das Konzentrationslager Buchenwald (KZ Buchenwald) war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 266.000 Menschen aus allen Ländern Europas im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt, darunter 15.000 Sowjetbürger, 7.000 Polen, 6.000 Ungarn und 3.000 Franzosen.[1] Bei Annäherung der 3. US-Armee übernahmen am 11. April 1945 die Häftlinge die Leitung des Lagers von der abziehenden SS, nahmen 125 der Bewacher fest, öffneten die Tore und hissten die weiße Fahne. Bereits seit dem 8. April hatten viele Häftlinge durch Boykott und Sabotage ihre von den Nationalsozialisten so genannte Evakuierung verhindert und die US-Armee per Funk um Hilfe gerufen.[2][3] Nach Abzug der US-Truppen wurden Teile des Geländes von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager Nr. 2 genutzt. Es existierte bis 1950; dort starben 7000 Menschen. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnet. Ab 1991 wurde die Gedenkstätte Buchenwald neugestaltet. Sie enthält viele Ausstellungen zur Geschichte des Konzentrationslagers.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Buchenwald

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„Im April 1945 erreichten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Es ist bis heute ein Symbol für die Terrorherrschaft des Nationalsozialismus und bleibt zugleich wegen des Widerstands der Häftlinge besonders in Erinnerung.“

Quelle: https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/203931/befreiung-von-buchenwald

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Chronologie der Befreiung des KZ Buchenwald im April 1945

Anfang April 1945 waren im KZ Buchenwald an die 48.000 Menschen inhaftiert. Angesichts der bei Gotha stehenden US-Armee begann die SS am 7. April mit der Evakuierung des Lagers; es gelang ihr, trotz aller Verzögerungstaktiken der Häftlinge, etwa 28.000 Gefangene auf sog. Todesmärsche zu schicken. Sie werden mit Recht so bezeichnet: etwa jeder Dritte starb unterwegs oder wurde von der SS, dem Volkssturm oder Jugendlichen der HJ erschossen. Mit Hilfe der Berichte des Lagerkomitees der befreiten Häftlinge und der US-Einheiten lassen sich die dramatischen Stunden kurz vor dem Ende der SS-Herrschaft rekonstruieren.

Quelle: https://www.buchenwald.de/399/

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10. April 1945
https://www.buchenwald.de/466/

11. April 1945
https://www.buchenwald.de/473/

12./13. April 1945
https://www.buchenwald.de/469/

16. April 1945
https://www.buchenwald.de/470/

19. April 1945
https://www.buchenwald.de/pl/471/

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Doku-Film: „Lest we forget“ – Konzentrationslager Buchenwald, 15.04.1945

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11. April 2020

TV-Doku: „Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit“

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Als die ersten amerikanischen Kameraleute in das Konzentrationslager Buchenwald kamen, fielen ihnen vor allem zwei Dinge auf, die das Lager von anderen unterschied. Erstens die sogenannten Kinderbaracken mit über 900 jugendlichen Häftlingen, die das Grauen von Buchenwald dank protegierender Kräfte überleben konnten. Zweitens frappierende Unterschiede innerhalb der gesamten Häftlingsgemeinschaft: eine Vielzahl desorientierter und verhungernder Elendsgestalten auf der einen Seite, gut ausgestattete und stramm organisierte „Funktionshäftlinge“ mit ihren Untergruppierungen auf der anderen.

Von 1937 bis zu seiner Befreiung im April 1945 internierte die SS im Konzentrationslager Buchenwald 250.000 Häftlinge. 56.000 von ihnen fanden hier in unmittelbarer Nachbarschaft der Klassikerstadt Weimar den Tod. Nach dem Krieg suggerierte die DDR-Geschichtsschreibung jahrzehntelang, dass es vor allem die deutschen Kommunisten waren, die in Buchenwald litten und starben und trotzdem todesmutig den Widerstand gegen ihre Peiniger organisierten. Eine Heldensaga, die schließlich in der Legende von der erfolgreichen Selbstbefreiung des Lagers mündete. Neben der 1958 eingeweihten Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald war es vor allem der in 30 Sprachen übersetzte Roman „Nackt unter Wölfen“ und dessen 1963 von der DEFA realisierte Verfilmung, die diesen Mythos zementierten.

Der „Häftlingskrieg“

Nach dem Mauerfall fand man im Archiv der SED geheime Dokumente, die ein ganz anderes Bild von der Lagerwirklichkeit und der Rolle der deutschen Kommunisten zeichneten. Die Häftlinge bildeten keine homogene Leidensgemeinschaft, sondern kämpften in einzelnen Gruppen mit brutalsten Methoden gegeneinander ums Überleben. Durch Hunger und die Gewalt der SS wurde ein permanentes Klima der Angst geschaffen, in der Mitmenschlichkeit und Solidarität zu Ausnahmeerscheinungen wurden. Nach einem erbittert geführten „Häftlingskrieg“ gelang es den deutschen Kommunisten, wichtigste Posten der sogenannten Häftlingsselbstverwaltung zu besetzen. Auch mit Unterstützung der SS, die Buchenwald ab 1942/43 zu einem effektiven Arbeitslager umfunktionieren wollte und dabei auf die Mithilfe der gut organisierten und vernetzten Kommunisten angewiesen war.

Großer Einfluss der Kommunisten im Lageralltag

Im Gegenzug wuchs der Einfluss der deutschen Kommunisten auf den Lageralltag. Sie nutzten ihre privilegierte Stellung als Funktionshäftlinge, um ihre eigene Lage zu verbessern und z.B. verdiente Genossen von den Transportlisten zu bewahren, auf Kosten anderer. Ein erfolgreiches „Überlebenskollektiv“: Unter den 56.000 Toten des KZ Buchenwald konnte eine interne Untersuchungskommission der SED lediglich die Namen von 72 deutschen Kommunisten ausfindig machen.
Doch unter der Häftlingsselbstverwaltung durch die Kommunisten gelang es zugleich, das Leben aller Häftlinge im Lager zu erleichtern. Seuchen wurden eingedämmt, die hygienischen Bedingungen verbessert, die Versorgung ebenfalls. Ohne ihren Einsatz hätten auch die über 900 minderjährigen Häftlinge in den sogenannten Kinderbaracken kaum überlebt. Sie standen unter dem Schutz der Kommunisten. Viele von ihnen waren noch keine 14 Jahre, die Jüngsten gerade einmal 3 Jahre alt.

Kaum bekanntes Bildmaterial

Mit Hilfe von bislang kaum bekannten Bild-Dokumenten setzt die Dokumentation den sozialistischen Heldenmythos und die rekonstruierbare Lagerwirklichkeit auf dem Ettersberg zueinander in Beziehung – und zeigt, wie schwer es war, unter den Peitschenhieben der SS Würde und Empathie zu bewahren. Mit aufwendigen 3-D-Animationen vermittelt die Dokumentation einen Eindruck von der Architektur des heute weitestgehend zerstörten Lagers. In Buchenwald seit langen Jahren tätige Historiker wie Prof. Volker Knigge und Dr. Harry Stein unterstützten den Film mit fundierten Aussagen zur Lagergeschichte.

Ein Film von André Meier

Redaktion: Dr. Katja Wildermuth (MDR)
Produktion: Simone Baumann, Saxonia Entertainment

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Quelle: https://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-nackt-unter-woelfen/doku/index.html

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TV-Dokumentarfilm „Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit“

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Chronologie: Daten der Befreiung von einigen Konzentrationslagern

Auschwitz war weder das erste noch das das letzte Konzentrationslager, das befreit wurde

Die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager zog sich über ein knappes Jahr hin. Bevor die Alliierten die Lager erreichten, wurden zehntausende Gefangene im Lager ermordert, auf Todesmärschen in andere Lager oder in den Tod am Wegesrand geschickt. Daher wurden oftmals nur wenige hundert Überlebende bei der Befreiung des jeweiligen Lagers von den alliierten Soldaten angetroffen.

Die Geschichte der Todesmärsche erzählen Überlebende in ausgewählten Biographien.
Siehe Weblink: auschwitz.info/de/gedenken/gedenken-2015-70-jahre-befreiung/die-todesmaersche.html

Die Übersicht zeigt, wann welches Konzentrationslager befreit wurde – die Liste ist nur eine Auswahl und nennt bei weitem nicht alle Konzentrationslager.

23. Juli 1944
Majdanek, Polen
befreit durch sowjetische Truppen

13. Oktober 1944
Riga-Kaiserwald, Lettland
befreit durch sowjetische Truppen

27. Oktober 1944
Herzogenbusch, Niederlande
befreit durch kanadische Truppen

23. November 1944
Natzweiler-Struthof, Frankreich
befreit durch US-Truppen

27. Januar 1945
Auschwitz, Polen
befreit durch sowjetischen Truppen

13. Februar 1945
Groß-Rosen, Polen
befreit durch sowjetische Truppen

11. April 1945
Buchenwald, Deutschland
befreit durch US-Truppen

11. April 1945
Mittelbau-Dora, Deutschland
befreit durch US-Truppen

15. April 1945
Bergen-Belsen, Deutschland
befreit durch britische Truppen

22. April 1945
Sachsenhausen, Deutschland
befreit durch sowjetische und polnische Truppen

23. April 1945
Flossenbürg, Deutschland
befreit durch US-Truppen

29. April 1945
Dachau, Deutschland
befreit durch US-Truppen

30. April 1945
Ravensbrück, Deutschland
befreit durch sowjetische Truppen

5. Mai 1945
Mauthausen, Österreich
befreit durch US-Truppen

9. Mai 1945
Stutthof, Polen
befreit durch sowjetische Truppen

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Quelle: auschwitz.info/de/gedenken/gedenken-2015-70-jahre-befreiung/chronologie-der-befreiung-von-kz.html

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